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Uta Ihlow

Uta Ihlow

Redaktion

Im Sommer 1986 wird die gelernte Bibliotheksfacharbeiterin von einem der Gründer der Umwelt-Bibliothek und dem späteren Mitbegründer der Grünen Partei Carlo Jordan gefragt, ob sie die Bibliothek aufbauen und betreuen möchte, und ist sofort begeistert.

(© Privatarchiv) (© Privatarchiv) (© Privatarchiv) (© Privatarchiv) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_14275) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Wolfgang Rüddenklau/RHG_Fo_HAB_10098) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Wolfgang Rüddenklau/RHG_Fo_HAB_10113) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Wolfgang Rüddenklau/RHG_Fo_HAB_10104) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Wolfgang Rüddenklau/RHG_Fo_HAB_10107) (© Privatarchiv) (© Bundesarchiv / Stasi-Unterlagen-Archiv, Ast Berlin, Abt. XX 2744, Bild 11) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_15272) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Gunnar Uhlenhut)

Ost-Berlin, Sommer 1986. Die gelernte Bibliotheksfacharbeiterin Uta Ihlow (21) wird von Carlo Jordan gefragt, ob sie die Umwelt-Bibliothek (UB) aufbauen und betreuen möchte. Carlo Jordan ist einer der Gründer der UB und der spätere Mitbegründer der Interner Link: Grünen Partei. Uta Ihlow ist spontan begeistert. Dass sie im Jahr zuvor einen Interner Link: Ausreiseantrag gestellt hat, um zu ihrem Freund nach West-Berlin ziehen zu können, finden die Mitglieder der UB zunächst bedenklich. Sie befürchten, dass Antragsteller mit ihrem Engagement für die UB lediglich ihre Ausreise beschleunigen wollen. Diese Bedenken kann Uta Ihlow aber zerstreuen. Sie ist froh, endlich eine Möglichkeit gefunden zu haben, sich zu engagieren – und nicht nur über die Zustände in der DDR zu schimpfen.

Zusammen mit Interner Link: Kerstin Gierke baut sie die UB auf, in der unter anderem in der DDR verbotene Literatur gesammelt wird. Bald gehört sie auch zum Kreis der Drucker. Einige Studenten der Humboldt-Universität, die sie in der UB trifft, kommen nie wieder, da sie Angst um ihren Studienplatz haben.

In der Nacht des Interner Link: Stasi-Überfalls auf die UB vom 24. auf den 25. November 1987 hat sie mit Interner Link: Andreas Kalk Galeriedienst. Als sie den Druckern noch Kaffee in den Keller bringen wollen, werden Andreas Kalk und Uta Ihlow von der Stasi abgefangen. Ihre Freunde sind bereits verhaftet. Die beiden werden ebenfalls ins Gefängnis nach Rummelsburg gebracht und verhört. Am Abend wird Uta Ihlow freigelassen, und die Stasi macht eine Hausdurchsuchung bei ihr. Zum Glück hört ihr Vater zuvor im Westfernsehen von den Verhaftungen. Ohne zu wissen, ob seine Tochter unter den Festgenommenen ist, holt er alles Schriftliche aus ihrer Wohnung – inklusive ihrer Tagebücher. Das Ermittlungsverfahren gegen Uta Ihlow wird eingestellt.

Im Zuge der Verhaftungen nach der Interner Link: Luxemburg-Liebknecht-Demonstration am 17. Januar 1988 versucht man allerdings, auch Uta Ihlow loszuwerden. Plötzlich soll ihre Ausreise genehmigt werden und sie innerhalb von 48 Stunden die DDR verlassen. Vorsichtshalber bereitet sie mit dem Rechtsanwalt Interner Link: Wolfgang Schnur, der für die Stasi als Interner Link: Inoffizieller Mitarbeiter „Thorsten“ spitzelt, ein Schreiben vor: Wenn es zu ihrer Ausreise kommt, geschieht dies gegen ihren Willen. Sie kann aber den Antrag in letzter Minute zurückziehen und in Ost-Berlin bleiben. Dort hat sie mit der Arbeit in der UB eine neue Aufgabe und neue Freunde gefunden.

Biografische Angaben zu Uta Ihlow finden sie im Interner Link: Personenlexikon.

Fussnoten

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350