Peter Grimm
Als am 9. April 1982 Robert Havemann stirbt, geht Peter Grimm zu der von der Staatssicherheit massiv überwachten Beerdigung. Dort macht er Bekanntschaft mit Ralf Hirsch und Werner Fischer – nach einem gescheiterten Anwerbeversuch durch die Stasi.
Peter Grimm (links) und Wolfgang Templin von der Initiative Frieden und Menschenrechte 1987 in der Wohnung von Ralf Hirsch. Dort werden Fotos von
Oppositionellen gemacht, die im Verhaftungsfall für die Pressearbeit im Westen verwendet werden sollen. Die Fotos werden bei Roland Jahn in West-Berlin aufbewahrt.
Berlin 1987, auf einem Hinterhof im Bezirk Prenzlauer Berg. Die IFM will Petra Kelly und Gerd Bastian eine Fotomontage schenken, auf der alle
Mitarbeiter abgebildet sind. Hier eine Aufnahme von Peter Grimm für das geplante Projekt, das dann aber nicht verwirklicht wird.
Berlin 1987, auf einem Hinterhof im Bezirk Prenzlauer Berg. Die IFM will Petra Kelly und Gerd Bastian eine Fotomontage schenken, auf der alle
Mitarbeiter abgebildet sind. Hier eine Aufnahme von Peter Grimm für das geplante Projekt, das dann aber nicht verwirklicht wird.
Die Staatssicherheit überwacht das Wohnhaus von Peter Grimm in der Fehrbelliner Str. 89 (27. November 1987).
Peter Grimm, 3. November 2004.
Ost-Berlin, Frühjahr 1982. Als der Regimekritiker
Das
Weil er ohne Abitur die Universität nicht besuchen kann, liest und studiert Peter Grimm selbst und engagiert sich in Berliner Oppositionskreisen, die sich mit Menschenrechtsfragen auseinandersetzen. Auf seine Initiative hin gründet sich 1983 ein Friedenskreis in der
In einem „
Ein Menschenrechtsseminar, das im November 1985 in der Bekenntniskirche in Berlin-Treptow stattfinden soll, wird von der Leitung der Berlin-Brandenburgischen Evangelischen Kirche verboten. Aus der Vorbereitungsgruppe dieses Menschenrechtsseminars, deren Sprecher
Am 29. Juni 1986 erscheint die erste Ausgabe des illegalen grenzfalls, den Peter Grimm,
Der grenzfall und die IFM sollen auch die Präsenz der
Biografische Angaben zu Peter Grimm finden sie im
Bereits mit sieben Jahren bekommt Peter Grimm die Mauer zu spüren: Seine Großeltern reisen aus. In der 10. Klasse nimmt er Kontakt zu Robert Havemann auf. Das prägt ihn in seinem weiteren Leben.
Ich denke, es gab eine Zäsur, als ich sieben war. Meine von mir innig geliebten Großeltern, die eine Etage über uns wohnten und immer für mich greifbar waren, sind ausgereist. Plötzlich waren sie also nicht mehr da, man konnte sie nicht mehr besuchen. Der Kontakt war nur noch auf zwei Besuche im Jahr reduziert. Das war so ein Punkt, wo man als Siebenjähriger plötzlich diese
Das war in der zehnten Klasse, als der Zwangsumtausch für Westbesucher erhöht wurde. Das sollten wir alle irgendwann in einer Stunde mit unserem Staatsbürgerkundelehrer gut finden. Da wurde der Reihe nach abgefragt, wie es so Ritual war. Jeder erklärte seine Zustimmung, und ich war der Dritte. Ich habe alles andere als meine Zustimmung erklärt und begründet, warum ich das absolut unsinnig, idiotisch und falsch finde. Damit habe ich dann eine Kettenreaktion ausgelöst. Dann haben sich auch andere getraut das zu tun. Ja, das waren die ersten Momente.
Wir hatten uns entschlossen: Wir suchen jetzt tatsächlich Kontakt zu Leuten, die gegen dieses System aufbegehren. Es ist schwierig gewesen, irgendwo Anlaufpartner zu finden – solche, von denen man sagt: Das ist
Wir gingen erst zu dieser Beerdigung und dann, nach ein paar Wochen, dachten wir: Da kann man ja trotzdem mal hinfahren und sehen, ob man Kontakte knüpft. Das haben wir dann auch getan. Wir wurden da mit recht offenen Armen aufgenommen, und das war natürlich sehr schön. Daraus ergaben sich viele, viele weitere Kontakte. Ich denke, dass das eine Registrierung war: Aha, die suchen jetzt und finden intensive Kontakte zu den und den Leuten.
Das war der Zeitpunkt, an dem sich das nicht mehr deckeln ließ. Dass das nicht mehr nur der tolerierbare Aufmüpfige ist, sondern dass der offensichtlich in Kreise hinein will. Wenn der sich so da hingezogen fühlt, muss man ihn natürlich schon ganz anders betrachten.
Peter Grimm, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 4 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350