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Frank Ebert

Frank Ebert

Redaktion

Frank Ebert politisiert sich durch die Ereignisse in Jena Anfang der 1980er Jahre, von denen er durch seine ältere Schwester erfährt. Als 18-Jähriger stößt er zur Umwelt-Bibliothek Berlin dazu.

(© Privatbesitz) (© Privatbesitz ) (© Privatbesitz) (© BStU, MfS, BV Berlin, Fo 30, Bild 6) (© BStU, MfS, Außenstelle Berlin, KD Prenzlauer Berg 7271, Bl. 133) (© BStU, MfS, Außenstelle Berlin, KD Prenzlauer Berg 7271, Bl. 134, Seite 1 von 3) (© BStU, MfS, Außenstelle Berlin, KD Prenzlauer Berg 7271, Bl. 135, Seite 2 von 3) (© BStU, MfS, Außenstelle Berlin KD Prenzlauer Berg 7271, Bl. 136, Seite 3 von 3) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke/RHG_Fo_HAB_11625) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke/RHG_Fo_HAB_11627) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Zöllner/RHG_Fo_HAB_14804 ) (© Robert-Havemann-Gesellschaft/Gunnar Uhlenhut)

Ost-Berlin 1988. Frank Ebert gehört zur letzten Generation der Jugendopposition in der DDR, bevor der Staat aufhört zu existieren. Politisiert durch die Ereignisse in Jena Anfang der 1980er Jahre, von denen er durch seine ältere Schwester erfährt, kommt der 18-jährige 1988 zur Umwelt-Bibliothek Berlin (UB). Von der UB hat er durch die westlichen Fernsehberichte vom Interner Link: Stasi-Überfall in der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 erfahren.

Die Stasi-Razzia hat einen ganz anderen Effekt als geplant: Die UB verschwindet nicht von der Bildfläche, sondern wird in der DDR – und über ihre Grenzen hinaus – erst bekannt. Bald gehört Frank Ebert zum engen Kreis derjenigen, die die Umweltblätter drucken (im Oktober 1989 telegraph). Im Sommer und Herbst 1989 ist er an den Protesten gegen den Wahlbetrug beteiligt. Frank Ebert gehört zu den Organisatoren der Mahnwache in der Interner Link: Gethsemanekirche und ist bei den Demonstrationen in Ost-Berlin im Oktober 1989 dabei.

Ende der 1980er finden die Aktionen der jungen Oppositionellen nicht mehr nur unter dem Dach der Kirche statt. Die Aktivisten sind ungeduldiger, kompromissloser und wollen nicht mehr nur in geschlossenen Kreisen diskutieren. Sie wollen ihren Protest in die Öffentlichkeit tragen. Dass das gefährlich ist, bekommt auch Frank Ebert zu spüren – er wird mehrmals festgenommen.

Immer, wenn in dieser Zeit Mitglieder der UB verhaftet werden, wird die Interner Link: Nachrichtenkette der DDR-Interner Link: Opposition nach West-Berlin aktiviert: Jemand ruft eine Kontaktperson wie beispielsweise Roland Jahn an und informiert sie über die Verhaftung. Die Kontaktperson benachrichtigt wiederum die bundesdeutschen Medien, und innerhalb kürzester Zeit kommt die Meldung in den Nachrichten. Da die DDR in der Bundesrepublik als offen und demokratisch angesehen werden will, sind die jungen Oppositionellen mittlerweile vor längerer Haft geschützt. Das gilt allerdings nur für jene, die in Gruppen organisiert sind. Einzelkämpfer ohne Öffentlichkeit tragen bis zum letzten Tag das volle Risiko.

Biografische Angaben zu Frank Ebert finden sie im Interner Link: Personenlexikon.

Fussnoten

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In der Ostberliner Umwelt-Bibliothek kann man Sachen lesen, die es in der DDR sonst nicht gibt. Hier werden Flugblätter gedruckt und subversive Aktionen geplant.

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Till Böttcher

Till Böttcher kommt 1987 durch den Liedermacher Stefan Krawczyk zur Umwelt-Bibliothek und wird in den engeren Kreis der Drucker aufgenommen. Mit 17 wird er das erste Mal von der Stasi festgenommen.

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Als am 9. April 1982 Robert Havemann stirbt, geht Peter Grimm zu der von der Staatssicherheit massiv überwachten Beerdigung. Dort macht er Bekanntschaft mit Ralf Hirsch und Werner Fischer – nach…

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Zeitzeugin

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Im Sommer 1986 wird die gelernte Bibliotheksfacharbeiterin von einem der Gründer der Umwelt-Bibliothek und dem späteren Mitbegründer der Grünen Partei Carlo Jordan gefragt, ob sie die Bibliothek…

Zeitzeuge

Rainer Müller

Rainer Müller engagiert sich seit 1987 in Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen in Leipzig, z. B. im Arbeitskreis Solidarische Kirche, der Umweltgruppe Borna, der Arbeitsgruppe Menschenrechte.

Zeitzeuge

Michael Heinisch

Michael Heinisch-Kirch arbeitet als Sozialdiakon und hat den Schlüssel zu Erlöserkirche in Berlin-Lichtenberg. Diese steht, dank ihm, Ende 1980er Jahre vielen Oppisitionellen für ihre…

Zeitzeugin

Katrin Hattenhauer

Als sie am 4. September 1989 das Transparent "Für ein freies Land mit freien Menschen" entrollt, ist Katrin Hattenhauer klar, dass dies Konsequenzen haben wird. Für ihr Engagement bei den Leipziger…

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Kathrin Mahler Walther

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Die Texte von www.jugendopposition.de sind in Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung und der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. entstanden. Weitere Angaben zu den Autorinnen und Autoren finden Sie im Impressum.

Kontakt zur Redaktion von www.jugendopposition.de: E-Mail Link: info@jugendopposition.de

Für den Hinweis auf Texte von www.jugendopposition.de, die keine konkrete Autorin/ keinen konkreten Autor genannt haben, empfehlen wir folgende Zitierweise (Beispiel):

„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350