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4. September 1989

4. September 1989 Abschrift

Die "Koordinierungsgruppe der Leipziger Fürbittandachten für die Inhaftierten" informiert über die Ereignisse um das Friedensgebet vom 11. September 1989

Leipzig, den 14. September 1989

Information über die Leipziger Ereignisse vom 11.9.1989

Am 11. September fand in der Leipziger Nikolaikirche das montägliche Friedensgebet statt. Nach Abschluß der gottesdienstlichen Veranstaltung wurden die ca. 1.300 Teilnehmer des Friedensgebetes von einem massiven Aufgebot uniformierter und ziviler Sicherheitskräfte auf dem Nikolaikirchhof empfangen. Der nach etwa 10 Minuten erfolgenden Aufforderung, die Versammlung gefährde die öffentliche Ordnung und Sicherheit und sei aufzulösen, leisteten die Besucher folge, so dass nach dreimaliger Androhung eines Polizeieinsatzes zur Räumung des Platzes, noch etwa 600 Menschen auf dem Kirchhof verweilten. Daraufhin erfolgte der angedrohte Polizeieinsatz. Mehrere hundert Uniformierte rückten in Ketten vor und trieben gewaltsam die Menschenmenge, von der keinerlei Provokation ausgegangen war, Richtung nahegelegenem VP-Revier. Dabei wurden 104 Personen festgenommen und teilweise unter Schlägen auf LKWs der Bereitschaftspolizei verladen und vorläufig festgenommen. Diese Vorgehensweise war in keiner Weise gerechtfertigt. Von den 104 Personen befinden sich noch mindestens 7 in Haft:

Carola Bornschlegel, Sekretärin, 19 Jahre, Mitglied der Initiativgruppe Leben
Katrin Hattenhauer, Theologiestudentin, 20 Jahre
Udo Hartmann, Technologe, 26 Jahre, Mitglied der Initiativgruppe Leben
Jutta Geppart
Axel Geppart
Jörg Müller
Mirco Kätzel

Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eröffnet und Haftbefehle erlassen. Die Anklage begründet sich auf Paragraph 217 Absatz 1 Strafgesetzbuch (Zusammenrottung). Carola, Katrin und Udo setzen sich bereits seit längerer Zeit für gesellschaftliche Veränderungen und die Verwirklichung der Menschenrechte ein. Carola und Udo waren aus diesem Grunde bereits im Januar 1989 in Untersuchungshaft. Katrin wurde mehrfach vorläufig festgenommen. Die restlichen 98 Personen wurden vermutlich alle nach 24 Stunden entlassen. Der größte Teil von ihnen ist per Strafbefehl nach Paragraph 217,1 zu Geldstrafen zwischen 1.000 und 5.000 Mark verurteilt worden. Alle per Strafbefehl Verurteilten wurden unter physischen und psychischen Druck gesetzt, schriftlich auf die Einlage von Rechtsmitteln zu verzichten. Diesem Druck beugte sich ein großer Teil der Inhaftierten.
Wer diesen Folgen der Polizei- und Sicherheitsorgane nicht schweigend zusehen will, bitten wir um Solidarität.
In der Markus-Kirchgemeinde (gegenüber Straßenbahnhof Reudnitz, Straßenbahnlinie 4/6/8/20) finden am Donnerstag, den 14.9. und Freitag, den 15.9., 18 Uhr Fürbittandachten und Informationsveranstaltungen statt.
Informationen sind erhältlich Montag-Freitag 18-22 Uhr und Sonnabend/Sonntag 16-20 Uhr über die Telefonnummer 60428.

Koordinierungsgruppe der Leipziger Fürbittandachten für die Inhaftierten

24/1989/220
Die Koordinierungsgruppe der Leipziger Fürbittandachten für die Inhaftierten informiert über die Ereignisse rund ums Friedensgebet vom 11. September 1989. (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fak_0121)