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Langhaarige, Beatfans und Gammler II

Langhaarige, Beatfans und Gammler II Abschrift

Leserbriefe zum Artikel „Die Amateur-Gammler“ im Neuen Deutschland vom 17. Oktober 1965.

Die Meinung der Leser über die Gammler:

Gleichgültigkeit wäre fehl am Platze

Mit Erstaunen einerseits und Abscheu andererseits habe ich den Artikel "Die Amateur-Gammler" am 17. Oktober 1965 gelesen. Ich stimme dem Verfasser zu, dass diese "Menschen" nicht das Bild unserer Gesellschaft beherrschen, dass wir uns aber trotzdem mit ihnen beschäftigen müssen, um ihnen den richtigen Weg zu weisen. Darin zeigt sich die Verantwortung unserer Gesellschaft für jeden einzelnen, im Gegensatz zum kapitalistischen Staat.

Jugendliche kommen nicht von allein auf derartige Ideen. Hier spürt man deutlich den Einfluss westlicher "Freiheitsideologie". Ich stimme voll und ganz den Handlungen einiger Klassen der Berliner Oberschulen zu. Sie beweisen, dass unsere Jugendlichen über eine gehörige Portion Verantwortungsgefühl verfügen.

Eine Frage bewegt mich sehr: Der größte Teil dieser wenigen "Gammler" ist durch unsere sozialistische Schule gegangen, sie haben sicherlich auch Eltern, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Warum haben sie dann eine solche Entwicklung genommen ? Deshalb geht es hier nicht nur um die betroffenen Gammler. Das Problem geht alle an, die junge Menschen erziehen und mit ihnen zusammenarbeiten, also Eltern und Lehrer sowie die Kollektive in den Betrieben. Keiner von uns darf sich diesen Auswüchsen gegenüber gleichgültig verhalten.

Klaus-Dieter Paul, Lehrer,
z. Z. NVA

"Solch Gedöns" ist richtig

Ich bin Mutter von zwei Kindern im entsprechenden Alter. Daher kann ich die Sorge um unsere Jugend verstehen. Ich freue mich, dass das "ND" offen ein so prekäres Problem zur Diskussion stellt. Hervorzuheben sind die Zeilen unter der Überschrift "Warum solch Gedöns?" Darin wird die ganze Verantwortung, die wir tragen, ausgedrückt. Es scheint mir an der Zeit, dass zuständige staatliche Stellen, dazu gehören die Bildungs- und Kultureinrichtungen, stärker darauf orientiert werden, "solchen Anfängen zu wehren".

Elli Meyer, Leipzig



Genügt Selbsthilfe ?

Dieses Thema wurde unter uns Sportlern viel und heftig diskutiert. Einmütig haben wir stets solche Typen abgelehnt. Jeder findet sie abstoßend und schlampig. Kurz gesagt, wir sind der gleichen Meinung wie das "ND". Aber wenn die Rede darauf kommt, wie wir dieser Seuche begegnen können, gibt es Meinungsverschiedenheiten. Genügt es, wenn einige Klassen zur Selbsthilfe greifen ? Was soll mit den anderen Gammlern geschehen ?

Diese Zeilen schrieb ich im Namen des Wasserballoberligakollektivs des SC Dynamo Berlin.

Peter Rund, Berlin

Manieren beibringen !

Es ist gar nicht immer einfach, mit diesen Figuren umzugehen. Fordert man sie in der S- oder Straßenbahn zu anständigem Benehmen auf, kommt es oft zu Auseinandersetzungen, die nicht selten in Tätlichkeiten ausarten. Außerdem ist man sich nicht immer der Unterstützung der Mitreisenden sicher.

Vor allem in der Schule sollte wesentlich schärfer durchgegriffen werden. Wer sich selbst außerhalb der Normen unserer sozialistischen Gesellschaft bewegt, muss durch entsprechende Mittel wieder zur Vernunft gebracht werden. Auch die Betriebe, in denen diese Typen arbeiten, sollten sie mehr unter die Lupe nehmen und ihnen Manieren beibringen. Zum "Gammeln" haben wir keine Zeit.

Hans Dam, Berlin-Friedrichsfelde


Quelle: Neues Deutschland vom 22. Oktober 1965, S. 4
Die Spießer regen sich auf: Leserbriefe zum Artikel „Die Amateur-Gammler“ im Neuen Deutschland vom 17. Oktober 1965. (© Neues Deutschland, 22. Oktober 1965, S. 4 )