Strausberger Schüler II
Eine Einladung, die von Herzen kommt: In der Bundesrepublik protestieren zahlreiche Menschenrechtsgruppen mit verschiedenen Aktionen gegen die Mauer
und das SED-Grenzregime. Dieses ironische Flugblatt kommt als „Anzeige des Ministeriums für Staatssicherheit und Touristik“ daher.
Einer, der nicht schweigen kann: Michael Gartenschläger an der Grenze zur DDR, aufgenommen kurz vor seinem Tode im Jahre 1976.
Ein Jahr nach den Todesschüssen: An jener Stelle, an der Michael Gartenschläger am 30. April 1976 beim Versuch, Selbstschussanlagen zu demontieren,
von DDR-Grenzsoldaten gezielt erschossen wird, ist ein Mahnkreuz errichtet worden. Erich Dankschat und weitere Mitglieder der bundesdeutschen Gesellschaft für Menschenrechte legen dort am ersten Todestag des Unbeugsamen einen Kranz nieder, fotografiert von einem in der bundesrepublik lebenden IM des MfS.
Solche Selbstschussautomaten vom Typ SM 70 werden zu Beginn der 1970er Jahre an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze montiert. SM steht
für Splittermine, die 70 für das Entwicklungsjahr und die Einführung der neuen Waffe bei der NVA. Ausgelöst werden die Selbstschussautomaten durch feine Metalldrähte, zum Beispiel wenn jemand versucht, die Grenzanlagen zu übersteigen. Dabei verstreuen sie tödliche Metallsplitter.