Jena 17. Juni 1953 II
Der 26-jährige Schlosser Alfred Diener schließt sich spontan dem Demonstrationszug der Jenaer Kohlearbeiter am 17. Juni 1953 an und gelangt eher
zufällig in die SED-Kreisleitung. Dort trifft er Walter Scheler und Herbert Bähnisch. Zusammen übermitteln sie dem Ersten Sekretär der SED-Kreisleitung die Forderungen der Streikenden: freie Wahlen und die Einheit Deutschlands. Am Nachmittag räumen sowjetische Truppen das Gebäude und verhaften die drei. Als Rädelsführer des Aufstands wird Alfred Diener zum Tode verurteilt und am nächsten Tag standrechtlich erschossen.
Aus Moskau erhalten die sowjetischen Militärbehörden den Befehl, „Rädelsführer“ standrechtlich zu erschießen. Diese Exekutionen sollen zur
Abschreckung öffentlich bekannt gegeben werden.
Walter Scheler wird am 17. Juni 1953 von den Jenaer Kohlearbeitern ausgewählt, die Forderungen der Streikenden in der SED-Kreisleitung vorzutragen.
Dort trifft er mit Alfred Diener und Herbert Bähnisch zusammen. Als einer der „Haupträdelsführer des faschistischen Putsches“ wird Walter Scheler zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Nach siebenjähriger Haft kommt er 1961 durch einen Gnadenerlass frei.