befinden, die zu irgend welchen Aktionen gebraucht werden sollten. Eines Tages erhielt er dann von Henke den Anruf, dass er zur Geschäftsstelle der LDP kommen sollte, um dort gemeinsam über eine Aktion zu beraten und hier wurde ihm dann mitgeteilt, dass in der Nacht vom 15. zum 16. September eine Verteilung des vorhandenen Materiale vorgenommen werden sollte. Er erhielt als Verteilungsbereich das Stadtviertel * Plauer Vorstadt * zugewiesen. Die Klebezettel sollten abends 17,00 Uhr abgeholt werden. Er ist dann aber nicht zum Materialempfang gegangen und hat an dieser Aktion nicht teilgenommen Bei den Zusammentreffen in Berlin wurde ihm noch mitgeteilt, dass in Dettmannsdorff schon eine Untergrundbewegung bestehen, die schon Überfälle auf die Volkspolizei vorgenommen hatte, das weiteren seien im ganzen Gebiet der DDR. Kampfgruppen vorhanden, die von Berlin zentral geleitet werden.
Der Angeklagte Heyer war ebenfalls zum Deutschlandtreffen in Berlin und ist mit Henke und Rieder und noch einer Person, auf die er sich nicht mehr besinnen kann, bei Kuhagen in Nikolassee gewesen. Er wurde ebenfalls Dr. Hildebrandt vorgestellt und auch ihm wurden Fragen vorgelegt über die Stärke der Polizei, der Besatzungsmacht und Stimmung in der DDR. Diese Fragen wurden bereitwilligst beantwortet. Weiterhin wurde gefragt, ob er bereit sei, Flugblätter mit in die DDR. zu nehmen. Da er aber keine direkte Zusage machte, wurden ihm keine angeboten. Ungefähr am 12. September ist Henke dann an ihn herangetreten und hat ihm aufgegeben, an der Gross-Aktion in der Nacht vom 15. zum 16. September mitzumachen. Er hat dann Henke zugesagt, an dieser Aktion teilzunehmen und die Flugblätter bis zu eines bestimmten Zeitpunkt in Empfang zu nehmen. Später sei es ihm dann aber leid geworden und er hat sich an dieser Aktion nicht beteiligt.
Der Angeklagte Dietrich war ebenfalls zum Deutschlandtreffen und ist mit Gutschmidt, Mehring und Beuster auf Anregung von Henke bei Kuhagen in Berlin gewesen. ImHause der Kampfgruppe wurde auch er ausgefragt nach der Stärke der Besatzungsmacht und Polizei, über die Verhältnisse in Güstrow , dem Stand der LDP. und es wurde ihm aufgegeben, Meldungen über Polizei und Besatzungsmacht zu sammeln und diese dann der Dienststelle mitzuteilen. Ihm wurden einige Hefte mitgegeben, um sie in der DDR. unter den Jugendlichen zu verteilen. Diese Hefte hat er dann in der S-Bahn niedergelegt. An den Aktionen beim Verteilen der Flugblätter war er nicht beteiligt.
Der Angeklagte Mehring war ebenfalls Delegierter des Deutschlandtreffens in Berlin und ist mit Beuster, Dietrich und Gutschmidt bei Kuhagen auf der Dienststelle gewesen. Nachdem einer der Angeklagten beim Eingang der Dienststelle sagte, sie wollten zu "Bobbi Todt" sind sie dann erst eingelassen und dem Kuhagen zugeführt worden. Sie wurden in der Küche bewirtet und dem Leiter der Kampfgruppe Dr. Hildebrandt vorgestellt. Dieser fragte nun nach der Stärke der Jugendlichen, die an dem Deutschlandtreffen teilnehmen und nach der Stärke der Polizei- und Besatzungsmacht in der DDR. Anschliessend wurden ihm Broschüren überreicht mit dem Titel "Kampfdem Ungeziefer " die er unter den Jugendlichen in der DDR. verteilen sollte. Da es ihm jedoch zu gefährlich erschien, hat er diese Broschüre in der S-Bahn liegen lassen. Ob eine direkte Widerstandsgruppe in Güstrow gebildet war, weiss er nicht. Es wurde jedoch in Berlin beschlossen, eine Gruppe in Güstrow zu bilden. An den einzelnen Klebeaktionen hat er sich nicht beteiligt.