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Der Widerstand junger Studenten an der Universität Halle

Der Widerstand junger Studenten an der Universität Halle

Redaktion
(© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig )

Schon im Vorfeld der Studentenratswahlen am 9. Februar 1950 protestieren viele Studenten an der Martin-Luther-Universität zu Halle und Wittenberg. Empörend, wie die Wahlen ohne Gegenkandidaten und Alternativen abgehalten werden sollen! Es entwickelt sich ein regelrechter Malkrieg: Nachts pinseln die jungen Protestler das F für Freiheit an Wände und Mauern. Morgens wischen die Putzkolonnen der Interner Link: FDJ die Parolen wieder ab.

Im Frühjahr 1950 wird eine Gruppe von acht Studenten um Horst Hennig und Willi Eckert verhaftet. Ein Interner Link: Sowjetisches Militärtribunal verurteilt sieben von ihnen – mehrheitlich zur üblichen Strafe von 25 Jahren Arbeitslager. Einige, wie Horst Hennig, Willi Eckert und Heinz Schott, werden ins sowjetische Interner Link: Gulag-System deportiert. Andere, wie das jüngste Mitglied der Gruppe, der Student Werner Eggers, müssen ihre Strafe in DDR-Interner Link: Zuchthäusern verbüßen. Eggers berichtet später über seine Motive zum Widerstand:

„Nach 1945 hat man dies immer wieder zu hören bekommen: Eure Eltern haben versagt. Wenn ihr demokratischer gewesen wärt und mehr Mut gehabt hättet, dann wäre dieses System des Interner Link: Nationalsozialismus nicht entstanden. Dies kam von allen Seiten, von der Presse, von der Studentenschaft, von den Professoren usw. Dann haben wir vom Widerstand der Interner Link: Weißen Rose erfahren. Die Interner Link: Weiße Rose war für mich persönlich vorbildlich. Dies waren ja Leute, die eigentlich unpolitisch waren. Ich habe mir überlegt, dass man so etwas, wie die Studenten der Interner Link: Weißen Rose es getan haben, eben auch tun müsste. Ich fühlte mich dazu verpflichtet. [...] Ich muss etwas tun, ich muss den anderen vorangehen. Wenn es wirklich sein muss, muss ich mich opfern. [...] Dann gab es Kommilitonen, die ähnlich dachten, und plötzlich war man eine Gruppe. Dann sagte man nicht mehr, ich muss etwas tun, sondern wir müssen etwas tun. Als Mitglied dieser Widerstandsgruppe habe ich Flugblätter geklebt und verteilt, um gegen die politisch einseitigen Studentenratswahlen zu argumentieren.“

Nach 1990 werden Horst Hennig und seine mitverurteilten Kommilitonen von der russischen Militärstaatsanwaltschaft rehabilitiert.

(© Universitätsarchiv Leipzig ) (© Universitätsarchiv Leipzig)

Fussnoten

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350