Demonstrationen in der ganzen DDR
Im Herbst 1989 erfasst die Revolution das ganze Land. Auch wenn in vielen Geschichtsbüchern nur die Ereignisse in Leipzig und Berlin erscheinen, darf nicht vergessen werden, dass das schnelle Ende der SED-Herrschaft vor allem deshalb erreicht wird, weil im Oktober und November auch in anderen Orten der DDR mutige Menschen gegen den Staat und für ihre Interessen demonstrieren.
Gesamtverteilung der Demonstrationen von August 1989 bis April 1990.
Rostocker Aktivitäten: Bericht über die Fürbittandachten und Demonstrationen im Oktober 1989.
Drohkulisse: 700 Menschen demonstrieren am 7. Oktober 1989 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), nachdem eine Veranstaltung, auf der Theaterangestellte
oppositionelle Texte lesen wollten, verboten worden ist. Die Demonstration wird gewaltsam aufgelöst.
Mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden ausgerüstete Polizisten gehen am 7. Oktober 1989 gegen friedliche Demonstranten in Karl-Marx-Stadt (heute
Chemnitz) vor.
Solche Bilder kennen die DDR-Bürger bis dahin nur aus dem Westfernsehen: Mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden ausgerüstete Polizisten gehen am 7.
Oktober 1989 gegen friedliche Demonstranten in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) vor.
Solche Bilder kennen die DDR-Bürger bis dahin nur aus dem Westfernsehen: Mit Helmen, Schlagstöcken und Schilden ausgerüstete Polizisten gehen am 7.
Oktober 1989 gegen friedliche Demonstranten in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) vor.
„Dialog statt Gewalt“: Reaktion auf die staatliche Brutalität gegen friedliche Demonstranten am 7. Oktober 1989 in Karl-Marx-Stadt (heute
Chemnitz).
Ein Lichtermeer vor der Rostocker MfS-Bezirksverwaltung (20. Oktober 1989).
In Dresden versammeln sich am 26. Oktober 1989 100.000 Menschen auf der "Cockerwiese" und verlangen von der Parteifürung des Bezirks die Antworten
auf ihre Fragen. Hans Modrow, der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden muss sich den Fragen der Bürger stellen.
„Neues Forum zulassen!“ Nach einer Demo durch die Innenstadt von Rostock versammeln sich am 29. Oktober circa 2.000 Bürger vor dem Rathaus und
führen einen Dialog mit dem Oberbürgermeister.
Bericht über eine Demonstration in Halle/Saale am 9. Oktober 1989, auf der die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten und Schaulustige vorgegangen
ist.
Am 11. November 1989 demonstrieren die Bürger von Fürstenwalde „Für demokratische Erneuerung“ und „Volksentscheid“.
Am 11. November 1989 demonstrieren die Bürger von Dresden gegen die Führungsrolle der SED.
„Schließt euch an“: Demonstration in Halle/Saale im Herbst 1989.
„Freie Wahlen“: Demonstration in Halle/Saale im Herbst 1989.
Während einer Demonstration durch die Rostocker innenstadt am 9. November 1989 ziehen die Demonstranten zur Bezirksverwaltung der Staatssicherheit
und stellen dort Kerzen ab.
Der mit Kerzen übersähte Eingangsbereich der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit in Rostock.
Das große Reinemachen nach der Demonstration.
Dresdner Künstler initiieren eine Demonstration für eine neue Verfassung. Die Demonstration endet mit einer Kundgebung auf dem Theaterplatz, an der
rund 50.000 Demonstranten teilnehmen.
Dresdner Künstler initiieren eine Demonstration für eine neue Verfassung. Die Demonstration endet mit einer Kundgebung auf dem Theaterplatz, an der
rund 50.000 Demonstranten teilnehmen.
Dresdner Künstler initiieren eine Demonstration für eine neue Verfassung. Die Demonstration endet mit einer Kundgebung auf dem Theaterplatz, an der
rund 50.000 Demonstranten teilnehmen.
Gunther Emmerlich und Ludwig Güttler auf der von Dresdner Künstlern initiierten Demonstration für eine neue Verfassung am 19. November 1989.
Bereits am 1. September 1989, dem Weltfriedenstag, gehen zum Beispiel in den kleinen Städten Neuruppin (nördlich von Berlin) und Forst (bei Cottbus) Menschen auf die Straße. In Forst, einem Städtchen an der polnischen Grenze, versammelt sich eine Handvoll junger Leute, um mit Transparenten einen zivilen Wehrersatzdienst zu fordern. Unter dem Motto „Friedensbrücken statt Friedensgrenzen“ plädieren sie außerdem für eine Wiederöffnung der Grenze nach Polen. Auch in Neuruppin sind es vor allem junge Menschen, die vom „Friedensstaat“ DDR eine wahrhaftige Friedenspolitik fordern.
Eine wichtige Initialzündung für die offenen Proteste in anderen Städten ist das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Leipziger Demonstranten am 11. September 1989. Viele der vor allem jungen Demonstranten werden von Polizisten, die oft nicht älter sind als sie selbst, verprügelt und festgenommen. In zahlreichen Kirchen im ganzen Land versammeln sich Menschen zu
In Arnstadt (Thüringen) ist es die Aktion eines 25-Jährigen, die eine ganze Stadt wach rüttelt. Günther Sattler, dessen Vater ein
Günther Sattler schreibt auf einer geborgten Schreibmaschine einen Aufruf, sich am 30. September 1989 auf dem Markt in Arnstadt zu versammeln und damit gegen die Zustände im Land zu protestieren. Er verteilt anonym einige Dutzend Zettel, doch dabei bleibt es nicht. Einige Bürger vervielfältigen den Aufruf und reichen ihn weiter. Zwei Schüler werden kurzzeitig von der
Rostock, Dresden, Chemnitz, Neuruppin, Forst, Arnstadt ...
Im Herbst 1989 erfasst die Protestwelle weitere DDR-Städte
In Rostock findet seit dem 5. Oktober 1989 jeden Donnerstag eine Mahnwache für die inhaftierten Leipziger statt (Bildergalerie). Mitte Oktober 1989 versammeln sich hier schon Tausende Menschen, um nach dem Vorbild der Leipziger
Nach der großen Demonstration vom 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz, zu der eine halbe Million Menschen gekommen sind, werden auch in kleineren Städten, wie Fürstenwalde bei Berlin, Demonstrationen organisiert. Hier hat es zuvor keine solcher Aktivitäten gegeben (Bildergalerie).
Nach Öffnung der
Aus dem Widerstand kleiner Gruppen entwickelt sich im Herbst 1989 eine gesellschaftliche Kraft, sodass man nicht mehr dieses Gefühl hatte, im Keller alleine zu sein.
„Was neu war, waren die vielen Menschen, die aus unterschiedlichen Anlässen für ihre Rechte auf die Straße gingen. Das brachte eine enorm positive Stimmung, so dass man nicht mehr dieses Gefühl hatte, im Keller alleine zu sein und in kleinen Grüppchen vor sich hin zu kochen. Sondern wirklich Breite zu gewinnen und gesellschaftliche Kraft zu entwickeln.“
Till Böttcher, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 1 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350