Carlo Jordan
Er ist 1986 Mitbegründer der Berliner Umwelt-Bibliothek (UB) und für viele Artikel in verschiedenen Untergrundzeitschriften verantwortlich, vor allem in den Umweltblättern, aber auch in Westberliner Publikationen. 1988 gründet er mit einigen Mitgliedern der UB das Grün-ökologische Netzwerk Arche. Das Ziel: die Vernetzung einer DDR-weiten Ökologiebewegung.
Carlo Jordan in den 1970er Jahren.
Carlo Jordan (2. v. links) bei der Eröffnung der Ausstellung „Die andere Seite einer Stadt“ des Schriftstellers Lutz Rathenow (links) und des
Fotografen Harald Hauswald in der Galerie der Umwelt-Bibliothek am 24. Mai 1987.
Carlo Jordan (mitte) am 11. Oktober 1987 in der Galerie der Umwelt-Bibliothek.
Das MfS observiert mit versteckter Kamera Carlo Jordan - Objekt "Fluß" – bei der Fahrradtour „Herbstfahrt“ am Treffpunkt der Teilnehmerinnen
und Teilnehmer in der Fehrbelliner Straße.
Am 25. November 1987 informiert Carlo Jordan in der Ostberliner Zionskirche über den nächtlichen Überfall des MfS auf Räume der Gemeinde. Im Namen
der Mahnwache und der Umwelt-Bibliothek fordert er die sofortige Freilassung der verhafteten Mitarbeiter und die Rückgabe der beschlagnahmten Druckmaschinen, auf denen die Umweltblätter und der grenzfall vervielfältigt werden.
Im Rahmen der Pressearbeit im Westen stellt die Umwelt-Bibliothek, wie andere Oppositionsgruppen auch, Fotos her. Die sollen, falls jemand verhaftet
wird, veröffentlicht werden. V.l.n.r.: Carlo Jordan, Martin Schramm und Wolfgang Rüddenklau.
Versteckte Kamera: Am 12. Oktober 1988, zwischen 11.50 und 12.30 Uhr, observiert das MfS Carlo Jordan vor der Umwelt-Bibliothek in der
Griebenowstraße 16.
Im Januar 1988 gründet sich im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg (auf dem Hinterhof in der Fehrbelliner Straße 7) das "Grün-ökologische
Netzwerk Arche". Auch Carlo Jordan ist eines der Gründungsmitglieder (oben, mitte).
Kampf für die eigenen Rechte: Carlo Jordan (rechts) am Rande der Großdemonstration am 4. November 1989 in Ost-Berlin. Er steht unweit des
Alexanderplatzes, auf dem die Kundgebung mit rund 500.000 Teilnehmern stattfindet.
Sitzung des ersten Runden Tisches am 7. Dezember 1989 im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Die Vertreterinnen und Vertreter der Oppositionsgruppen sitzen an
der linken Seite des rechteckigen Tisches. Carlo Jordan sitzt als Vertreter der Grünen Partei in der DDR am Runden Tisch. Sitzend von links nach rechts: Gerd Poppe, Wolfgang Ullmann, Ulrike Poppe, Ingrid Köppe, Rolf Henrich und Carlo Jordan.
Carlo Jordan wird 1951 in Berlin geboren. Sein Vater, ein Bäcker in Berlin-Friedrichshain, der 1948 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist, vermittelt seinem Sohn eine pazifistische Lebenseinstellung. Bereits zu Schulzeiten wird Carlo Jordan wegen seiner westlichen Kleidung und seiner langen Haare von Lehrern drangsaliert. Er arbeitet als Zimmermann, studiert und wird Bauingenieur.
In den 1960er Jahren interessiert er sich für die
Schließlich findet er in der ökologischen Bewegung sein Hauptbetätigungsfeld. Er ist 1986 Mitbegründer der Berliner Umwelt-Bibliothek (UB) und zeichnet für viele Artikel in verschiedenen Untergrundzeitschriften verantwortlich, vor allem in den Umweltblättern, aber auch in Westberliner Publikationen. 1988 gründet er mit einigen Mitgliedern der UB das Grün-ökologische
Carlo Jordan engagiert sich während der Friedlichen Revolution 1989 zunehmend politisch. Er ist Mitbegründer der
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