Flugblätter und Unterschriften gegen Biermanns Ausbürgerung in Halle
Der 17-jährige Lehrling Dietmar Webel wird in Halle verhaftet, weil er Unterschriften gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns gesammelt hat. Webel wird zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.
Betriebsausweis des Lehrlings Dietmar Webel.
Die Protestresolution gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, die Dietmar Webel am 20. November 1976 schreibt.
Dietmar Webels Haftentlassungsschein vom 18. Februar 1977.
Dietmar Webel im Frühjahr 2003.
Das Chemiewerk in Buna in den 1970er Jahren.
Kaum ist die Nachricht über Wolf Biermanns Ausbürgerung im November 1976 über die Fernsehschirme geflimmert, ist
Der 17-jährige Lehrling aus dem
Kurz vor seiner Entlassung versucht die Stasi, ihn als
Mithilfe der Pfarrerin schafft er es, die Zusammenarbeit mit der Stasi aufzukündigen. Im Betrieb wird ihm mitgeteilt, dass es für ihn keinerlei Weiterbildungsmöglichkeiten mehr geben wird. Er kündigt im Sommer des Jahres 1977, tritt aus der
Ein 22-jähriger Jugendlicher aus Halle-Neustadt sammelt in der Nacht zum 28. November ebenfalls Unterschriften gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Auf dem Hauptbahnhof von Halle geben ihm 25 Passanten ihre Unterschrift, bevor er auf frischer Tat ertappt wird. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.
Am 25. November 1976 entdeckt und fotografiert die Stasi „Helft Biermann!“ in der Wittekindstraße in Halle.
Foto des MfS. Am 25. November 1976 entdeckt und fotografiert die Stasi „Helft Biermann!“ am Aufgang zum S-Bahnhof Zoo in Halle.
Am 24. November 1976 entdeckt und fotografiert die Stasi „Biermann“ in einem Torbogen Passendorfer Straße, Ecke Paul-Suhr-Straße in Halle.
Allein der Name ist den Herren vom MfS ein Dorn im Auge. Schließlich ist Wolf Biermann in kurzer Zeit zum Symbol für den Widerstand geworden.
„Biermann“ an der Bushaltestelle Ammendorfer Weg/Ecke Passendorfer Weg.
„Macht Euch nicht durch euer Schweigen zu Mitschuldigen“: Etwa 500 Flugblätter werden am 23. Dezember 1976 in Halle in Briefkästen und
Hausfluren verteilt. Zehn Jahre lang versucht die Stasi, die Urheber zu finden. Vergeblich.
Biermann ist in aller Munde: Die Staatssicherheit hat in Halle viel zu tun.
Biermann ist in aller Munde: Die Staatssicherheit hat in Halle viel zu tun. Seite 2 von 4,
Biermann ist in aller Munde: Die Staatssicherheit hat in Halle viel zu tun.
Biermann ist in aller Munde: Die Staatssicherheit hat in Halle viel zu tun.
Andere Hallenser verleihen ihrem Protest durch heimlich verteilte Flugblätter und nachts angebrachte Losungen Ausdruck: „Solidarität mit Biermann“, „Helft Biermann“, „Es lebe Biermann“ wird im November 1976 fast jede Nacht an Häuser, auf Straßen oder Treppen geschrieben. Am 15. Dezember 1976 zieht die Stasi Bilanz: In Halle zählt sie 78 „Hetzblätter“ und 14 „Hetzlosungen“. Aber nicht alle Akteure werden gefasst.
Acht Tage später, am 23. Dezember werden nochmals fast 500 Flugblätter in den Briefkästen und Häusern Halles verteilt (Bildergalerie). Sofort wird die Verfolgung aufgenommen. Bis zum 30. Dezember sammelt die Stasi 455 Flugblätter ein; einige davon werden von regimetreuen Bürgern freiwillig beim
Die Stasi versucht zehn Jahre lang, die Verfasser der Flugblätter zu finden. Insgesamt werden 10.000 Personen befragt: alle, die ein Flugblatt in ihrem Briefkasten hatten, Briefträger, Angehörige aus Betrieben und Einrichtungen, die dasselbe Papier verwenden, und alle, die dem MfS sowieso verdächtig erscheinen. Letztere müssen Alibis haben und werden zum Teil noch jahrelang bespitzelt. Ihre Post wird geöffnet, Telefone und Wohnungen werden abgehört. Aber alle Befragten, die etwas wissen, behalten es für sich.
Heute ist bekannt, dass es sich um eine damals 24-jährige Krankenschwester und ihre Freunde handelte, die die DDR alle innerhalb der folgenden sieben Jahre verlassen haben.
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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350