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Tom Sello - Die Stasi sucht die Hersteller des Flugblattes vergeblich

Tom Sello - Die Stasi sucht die Hersteller des Flugblattes vergeblich

Die Jugendlichen gehen gut vorbereitet in die Aktion rein, aber über mögliche Folgen denken sie nicht wirklich nach. Abe sie haben Glück: die Stasi fischt im Trüben.

Inhalt

Die haben auch einen entscheidenden Fehler gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, war ihr besonderes Kriterium, dass das also Leute sein mussten, die dieses Flugblatt hergestellt hatten, die vom Westen gesteuert und mindestens nahe der Kirche waren, von der Kirche inspiriert waren. Das war beides nicht der Fall gewesen.

Du hast gerade über die Paragraphen geredet, die du gelesen hast und die dir nachträglich Angst machten. Inwiefern wart ihr euch bewusst, was das während der Aktion, was das für euch bedeuten könnte?

Also, uns war schon bewusst, dass das gefährlich war. Also ich hatte ja vorhin geschildert, dass das Herz ziemlich laut geschlagen hat und dass wir sehr aufgeregt waren beim Verteilen. Also ich sage jetzt mal wir, als ich denke, dass das nicht nur mir so ging. Und dass das Unannehmlichkeiten mit sich bringen konnte, auch dass das vielleicht auch Gefängnis bedeutet, das habe ich mir schon auch gedacht. Aber ich hatte schon auch die Unbeschwertheit der Jugend oder die Ignoranz, die man eben als Jugendlicher hat und dann über sich, über so was auch mal hinwegsetzt und dann eben so was macht. Die rückblickende Sicht ist dann die mit Abstand – wenn man sich das noch mal bewusst wird – das ist dann eben…, dann nimmt man das eben noch mal wahr. Also ich will damit sagen, wir sind da nicht unbedarft reingegangen und völlig unbedarft, aber, aber ich glaube, bis zum Ende, da habe ich mir das dann doch nicht so ausgemalt.

Hattet ihr, das hattest du ja auch schon etwas angesprochen, dass ihr euch Gedanken gemacht habt, nicht handschriftlich was zu schreiben. Aber hattet ihr irgendwelche Erfahrungen mit konspirativen Methoden? Gab es eine gewisse Vorerfahrung?

Überhaupt nicht. Nein, überhaupt keine Erfahrung in dieser Hinsicht. Das war einfach das, was man sich überlegt hat und für den Fall dann eben ausgedacht hat. - Also viel gefühlsmäßig entschieden, also keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, dass die Leute sich nicht kennen. - Na ja, also wir wollten ja nicht völlig blöd in die Aktion reingehen und da muss man schon überlegen, also was man jetzt macht, damit man nicht erwischt wird. Und da wir ja der Stasi sozusagen erstmal von Grund herauf alles zugetraut haben und zugerechnet haben, also dann, insofern musste man alles vermeiden, dass man erwischt wird. Also was wir zum Beispiel nicht bedacht hatten, was ja in der Stasiakte drin vorkam, das konnte ich ja dann nachlesen im Nachhinein – wir hatten an alles mögliche gedacht, aber das ist in der Zeit ein Gewerkschaftskongress stattfindet und deshalb die Kontrollen in Berlin verstärkt sind und das zusätzliche Patrouillenlaufen und irgendwelche FDJler oder was weiß ich noch, das ist also dann auch in den Abendstunden unterwegs waren und die ersten Flugblätter dann schon am Abend gefunden wurden von solchen Leuten – also das hatten wir nicht berücksichtigt. Aber eigentlich hat das auch nichts gemacht, weil man hat ja sozusagen vor jeden Schatten Angst, der irgendwo um die Ecke kam, weil man wusste ja nicht, wer das war.

Weiterführende Informationen zu Interner Link: Tom Sello.

Foto: Tom Sello im September 1989 auf dem Gelände der Berliner Zionsgemeinde mit diversen Samisdat-Publikationen. Er verkauft zum Beispiel Umweltblätter und die Einzelausgabe Schuldenkrise. Die Ausgaben können gegen geringfügige Beträge gekauft werden. Gleichzeitig sammelt Tom Sello Unterschriften für Aufrufe und Petitionen. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke

Mehr Informationen

  • Interview: Johannes Mundo und Christoph Ochs

  • Produktion: 17.09.2007

  • Spieldauer: 5 Min.

  • hrsg. von: Robert-Havemann-Gesellschaft