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Ich wollte noch mal kurz nachfragen zu diesen Fahrraddemos. Erst mal: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so etwas zu machen, und wer ist auf die Idee gekommen?
Also, da gibt's für mich keine Person, die das jetzt alleine erfunden hatte, sondern in einem Gespräch im Freundes- und Bekanntenkreis hat sich diese Idee entwickelt und man wollte also in irgendeiner Art ein Zeichen setzen, auf die Situation aufmerksam machen, aber eben man wollte nicht nur, was man die ganze Zeit immer gemacht hat: am Kneipentisch zu diskutieren, zu Hause im Zimmer zu diskutieren, sich aufzuregen und nichts zu machen. Also man musste auch was machen und auch seine Meinung kundtun auf irgendeine Art, aber auf so eine Art, dass man nicht ins Gefängnis kommt, also diese Gratwanderung zu gehen. Und dann haben wir eben überlegt, na ja, dann fahren wir eben mit dem Fahrrad und weisen auf die Luftverschmutzung hin. Und das ist in so einem Gespräch entstanden. Ich glaube, da gab es noch eine Überlegung, diese Demo anzumelden. Dann haben wir jemand gefragt, ob er das machen würde, der überhaupt nichts damit zu tun hatte mit der Idee-Entwicklung, und hat dann die Fahrraddemo angemeldet. Ich weiß es jetzt gar nicht, war das Harald Hauswald oder Uwe Dähn. Jedenfalls haben die dann auch, die
Ja, und dann wurde ein Treffpunkt ausgemacht. Da hatten wir gesagt: Wir treffen uns an dem und dem Tag mit unseren Fahrrädern und dann fahren wir eine Tour. Ich glaube, bei der ersten Tour war dann der Endpunkt das
Die einen hatten ein Bild mit einem röhrenden Hirsch mit, andere hatten sich aufs T-Shirt was gemalt, andere hatten sich ein Tuch um den Mund gebunden, andere hatten eine Gasmaske aufgesetzt. Und damit sollte eben auf die Luftverschmutzung, auf die Umweltzerstörung aufmerksam gemacht werden. Vielleicht haben es ein paar verstanden, ich weiß es nicht. Aber ich glaub schon, also durch das, was aufs T-Shirt gemalt war, also zumindest das war dann schon kenntlich als solches.
Weiterführende Informationen zu
Foto: Tom Sello im September 1989 auf dem Gelände der Berliner Zionsgemeinde mit diversen Samisdat-Publikationen. Er verkauft zum Beispiel Umweltblätter und die Einzelausgabe Schuldenkrise. Die Ausgaben können gegen geringfügige Beträge gekauft werden. Gleichzeitig sammelt Tom Sello Unterschriften für Aufrufe und Petitionen. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
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Interview: Johannes Mundo und Christoph Ochs
Produktion: 17. September 2007
Spieldauer: 4 Min.
hrsg. von: Robert-Havemann-Gesellschaft