Inhalt
Für mich war das natürlich ein Riesenproblem. Diese
Das war mein bitterer Kommentar dazu. Das hat mich schon sehr enttäuscht, muss ich sagen. Aber aus heutiger Sicht war es gar nicht anders möglich. Das wird immer vergessen: Es waren die Leute auf der Straße, die die Wiedervereinigung gefordert haben. Es waren die 30.000 Leute in Dresden, die Kohl zugerufen hatten: ´Hol uns heim!`. Es waren die Leute, die mit gepackten Koffern an den Grenzen demonstriert und gesagt haben: ´Kommt die D-Mark nicht zu uns, gehen wir zu ihr!`. Ich denke, es war eine Situation, die war anders gar nicht möglich.
Das ist ja das Faszinierende, dass man heutzutage alle Möglichkeiten hat, man muss sie natürlich auch wollen und man muss sie auch wahrnehmen. Man kann sich nicht hinstellen und sagen: ´Es ändert sich sowieso nichts`. Das ist alles Quatsch. Es ist schwerer heutzutage. Man muss viele Bretter bohren, um bestimmte Sachen zu erreichen. Es ist nicht einfach so, dass man heute auf die Straße geht, ein Transparent hochhält, und der Staat bricht zusammen und wird schon reagieren. Das funktioniert heute nicht mehr. Heute muss man viele Kontakte knüpfen. Aber man kann viele Sachen trotzdem erreichen und muss sich politisch engagieren. Und wenn er es nicht macht, ist er selber Schuld.
Uwe Schwabe, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Mehr Informationen
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
Lizenzhinweise
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung