Inhalt
Eigentlich war es wie eine Art Zwangsurlaub. Man wusste überhaupt nicht, was man hier sollte: eine völlig neue Umgebung, die Freunde weg. Man hatte auch immer so komische Halluzinationen. Wenn man auf der Straße ging, dachte man: ´Ach Mensch, das ist doch der und der.` Aber der war es eben nicht. Es war schwierig, weil wir gar nicht wussten: Sollen wir in Berlin bleiben, oder sollen wir in eine andere Stadt gehen? Was sollen wir hier machen? Im Westen hatte man natürlich auch ein Bild von der DDR. Nämlich, dass es das bessere Deutschland sei. Das war so ein Wunschbild, das der Wirklichkeit nicht entsprach. Es ist öfter passiert, dass irgendjemand sagte: ´Wenn ihr in der DDR verhaftet worden seid, dann könnt ihr ja nur Kriminelle gewesen sein
´.
Es war unwahrscheinlich schwer, das zu erklären. Sich verständlich zu machen. Wir durften ja nicht einreisen. Wir haben uns aber in den ersten Jahren in Karlsbad getroffen, mit den Freunden aus der
Frage: War das das erste Wiedersehen mit ihrer Familie?
Nach acht Jahren. Da am Grab meines Vaters.
Doris Liebermann, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Mehr Informationen
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
Lizenzhinweise
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung