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Also, es gab eine ungeheure Solidarität, es kamen irgendwelche auch Studenten, Theologiestudenten, die einem dann auch Geld zusteckten für die Verhafteten, die irgendwo in ihren Gemeinden im Erzgebirge oder ich weiß nicht wo gesammelt hatten. Also das war schon auch enorm, ja?
Und wie hat sich die Kirche in der Zeit verhalten?
Na, gegen
Und wie hat man in der Universität auf Sie reagiert, auch auf Ihre Verhaftung dann und als Sie dann wieder da waren als Studentin?
Es war sehr zwiegespalten. Es gab einige Dozenten, also eher Theologen und Lateinprofessor und so weiter, die ungeheuer solidarisch waren und auch sagten, uns warnten – es waren ja mehrere Theologiestudenten, die verhaftet worden waren –, die sagten, sie hätten diese Erfahrung schon 1968 gemacht. Da hätten nämlich Theologen Flugblätter gegen den Einmarsch in der
Also das war vielleicht das Einzige, was wir auch wussten, wie man mit Stasi umgeht. Dass, wenn man das erzählt, dass man für die unbrauchbar wird. Also wenn man sagt: „Okay, ich arbeite mit, aber Sie müssen verstehen, dass ich meinem Beichtvater oder meinem Pfarrer davon erzähle“, also dass bekannt ist, dass derjenige IM ist, dass das dann für die uninteressant wird, ja? Die brauchten Leute, die anonym da Spitzeldienste leisteten.
Doris Liebermann, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
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Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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