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Johanna Kalex - Erste Konflikte mit dem Staat

Johanna Kalex - Erste Konflikte mit dem Staat

Johanna Kalex gerät schon als Jugendliche immer wieder mit der Staatsmacht aneinander. Als Studentin tritt sie aus der FDJ und verbrennt ihr FDJ-Hemd. In der Folge wird sie exmatrikuliert.

Inhalt

Wie hat denn der Staat so auf unangepasste Jugendliche reagiert?

Wir haben schon relativ schnell auch Ärger bekommen. Also mein erstes Verhör hatte ich – das war kurz nach meinem 15. Geburtstag – eigentlich nur deswegen, weil wir auf einem Zeltplatz waren und da irgendwelche Lieder gesungen haben nachts. Da hat uns jemand angezeigt, und dann hieß es, da sei jemand in eine Laube eingebrochen und hätte irgendwie Schuhe geklaut. Und da wurde ich danach vernommen, mit welchen Leuten ich dort gewesen wäre und so weiter und so fort. Das mit den Schuhen war natürlich irgendwie ein Vorwand. Also, es gab viele Sachen, die mich aufgeregt haben, Widersprüche. Eben gerade, wie gesagt, durch mein Elternhaus so geprägt: Gewalt ist total scheiße. Auf der einen Seite halt dieses Friedensgelaber in der Schule, auf der anderen Seite Aufrüstung und vormilitärische Ausbildung, also die ich ja auch verweigert habe dann. Das hat mich aufgeregt.

Ja, ich hab ja angefangen, so ein Fachschulstudium – Unterstufenlehrerin Sport, Mathe, Deutsch – zu machen und bin halt aus der Interner Link: FDJ ausgetreten gleich in der ersten, zweiten, dritten Woche. So. Und da gab es Riesendiskussionen. Die waren der Meinung, dass eine zukünftige Lehrerin nicht aus der FDJ austreten darf, und ich hab da aus Trotz dann mein FDJ-Hemd verbrannt und hab dann wiederum halt als Strafe irgendeine Ordnungsstrafe – nein, Ordnungsstrafe nannte sich das nicht, wie heißt denn so was – ein Disziplinarverfahren heißt das, genau, bekommen und bin ja auch in der Folge dann irgendwann Interner Link: exmatrikuliert worden nach sechs Wochen. Ich hab da nie groß drunter gelitten. Ich hab eh so … alles ist offen, ich kann machen, was ich will. Und ich hab schon den Druck gespürt auch von meinen Eltern, die gesagt haben: „Mädchen, du musst doch einen Beruf lernen“, und so. Aber für mich selber war eine ganz andere Sache wichtig in der Zeit. Ich hab … war halt auch sehr trotzig. Ich war dann auch frech bei diesem Disziplinarverfahren und hab denen halt gesagt, dass die mir egal sind und so. Also ich hab da nicht besonders drunter gelitten, dass ich da dieses Disziplinarverfahren hatte und diese endlosen Aussprachen, sondern das war vielleicht auch `n bisschen Selbstbestätigung sogar: Ich bin stark und die haben Angst vor mir, weil ich irgendetwas mache.

Johanna Kalex, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de

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  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 3 Min.

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