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Christian Halbrock - Zuführung zur Klärung eines Sachverhalts

Christian Halbrock - Zuführung zur Klärung eines Sachverhalts

Christian Halbrock lässt sich nicht davon einschüchtern, dass „Zuführungen zur Klärung eines Sachverhalts“ seitens der Staatsmacht zu seinem Alltag gehören.

Inhalt

Es war ja immer … nannte sich zu DDR-Zeiten „Interner Link: Zuführung zur Klärung eines Sachverhaltes“, also so das schöne DDR-Deutsch. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wo man nicht so richtig wusste, wie das ausging. Dadurch, dass ich anfangs in Wismar diese doch sehr harte Festnahme hatte wegen Verdacht auf Republikflucht mit der entsprechenden Behandlung, da hatte ich dann doch … muss ich sagen, sind diese Festnahmen im Rahmen dieser Umweltarbeit an sich … waren an sich alle relativ … keine reichte daran heran, das war sozusagen relativ gemäßigt alles und weniger aufregend.

Natürlich wusste man nie, wie das Ende ist solcher Sachen. Man vertraute darauf, dass man Freunde hat draußen, die sozusagen die entsprechenden Stellen informieren, die entsprechenden Sachen aus der Wohnung schaffen. Hatte man Leute noch erreichen können, und das gelang mir glücklicherweise relativ häufig, hatte man eine weitgehende Ruhe, ich zumindestens. Und ich hatte mir auch angewöhnt, einen Zweckoptimismus sozusagen anzulegen in solchen Situationen. Also ich hab mir dann einfach persönlich gesagt, es ist halt so, vor 24 Stunden müssen sie dich eh nicht rauslassen, 48 Stunden ist auch keine Hürde, das ist mit einer Unterschrift getan durch die Erweiterung, Ausdehnung auf ein Ermittlungsverfahren. Also vor 48 Stunden kommst du hier nicht raus, da brauchst du nicht die Uhr gucken. Das ist klar, wenn du Montag früh um 6.00 Uhr drin bist, bist du sozusagen vor Dienstagabend nicht draußen, davon musst du ausgehen, und hab mich dementsprechend auch dann so eingerichtet und bin auch so vorgegangen. Also man wusste ja ganz schnell, wie die Fragen laufen, dass natürlich die erste Frage immer war: „Ja, Sie wissen ja, warum Sie hier sind.“ Und da kann man natürlich sagen: „Nö, ich bin hier nicht freiwillig.“ Und die zweite war natürlich, wenn man dann sozusagen auf quer machte, dass die dann sagen: „Ja, wir haben Zeit.“ Dem konnte man also jetzt zuvorkommen, indem man dann schon vorher anführte, dass man auch Zeit hätte. Gut, das war so die Strategie, mit der man fuhr.

Christian Halbrock, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de

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  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 3 Min.

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