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Roland Bude - Der Prozess

Roland Bude - Der Prozess

Fünf Staatsdiener und Polizisten mit Maschinenpistolen erwarten die Angeklagten im Gerichtssaal. Sie müssen die Taten gestehen, die man ihnen unterstellt. Nach der Wahrheit wird nicht gefragt.

Inhalt

Beim Prozess waren wir nur drei: Gerhard Popp, der uns verpfiffen hat, der Lub und ich. Aber trotzdem war das Gericht in hoher Besetzung: Da war ein Vorsitzender, zwei Offiziere als Beisitzer, ein Protokollführer und eine Dolmetscherin. Das Ganze fand im Gerichtssaal in Schwerin in dem Gefängnis statt. Das war natürlich hochnotpeinlich: die mit entsicherter Maschinenpistole, links und rechts von der Vorsitzendenbank. An der Tür stand einer mit der Pistole auf uns gerichtet, und dann lief der Zirkus eben los.

Es wurde ein Resümee der Protokolle vorgelesen, das uns unsere Tätigkeit in den fürchterlichsten, schlimmsten Formen schilderte. Das deutlich machte, was wir für Verbrecher waren, gegen welche Gesetze wir verstoßen haben. Man wurde gefragt, ob man Bemerkungen hatte. Wir sahen die ganze Sache nur als Farce an. Wir sagten uns: Was soll's, da noch groß zu reden. Auch etwas, was ich mir vorwerfe. Ich habe dann schließlich und endlich gesagt: ´Wenn in der Interpretation, die Sie meinen Handlungen unterlegen, etwas Strafwürdiges ist, dann bin ich Beschuldigter. Dann muss ich schuldhaftes Handeln akzeptieren`.

Ich hatte da keine Spekulationen, aber vielleicht sitzt ja einem der Intellekt im Nacken... Ich wollte nicht zugeben, dass das so war, wie die gesagt haben. Aber es musste ja jeder gestehen. Gestehen Sie, stimmt die Anklage, akzeptieren Sie die Anklage, und das habe ich mit dieser Formulierung gemacht. Das wurde auch richtig übersetzt. Da habe ich aufgepasst. Das war natürlich unwichtig. Wichtig ist: Der Angeklagte Bude hat gestanden, voll inhaltlich gestanden.

Roland Bude, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de

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  • Spieldauer: 3 Min.

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