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Zeitzeugin: Ulrike Poppe (* 1953 in Rostock)
Wir haben durchaus des Öfteren darüber nachgedacht, ob wir das überhaupt noch aushalten können und ob wir das auch verantworten können oder ob alles überhaupt einen Sinn hat. Es gab schon Momente, Situationen, wo wir begannen, daran zu zweifeln, gerade auch, wenn Freunde von uns wieder weggegangen waren, in den Westen gegangen waren, die es eben nicht mehr aushielten. Dann waren wir wieder weniger und haben selbst darüber nachgedacht, wie es weitergehen kann. Hoffnung kam dann manchmal dadurch, dass neue Leute zu uns stießen, die auch entschlossen waren, etwas zu unternehmen. Denn uns war schon klar, dass man vom Westen aus nicht mehr so viel tun kann wie in der DDR selbst und dass es keine Lösung ist, wenn alle in den Westen gehen. Es müssen Leute dableiben, die etwas versuchen zu verändern, auch wenn es zeitweise aussichtslos erscheint. Den tiefsten Punkt habe ich erlebt, als ich kurz nach der Einschulung meines Sohnes von einer Hortnerin in seiner Schule erfuhr, dass die
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Spieldauer: 3 Min.
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