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Es kamen sehr viele Gruppen aus der ganzen DDR: Theater, Straßentheater, kirchliche Gruppen, die Aufführungen gemacht haben. Das ging bis zum Nachmittag ziemlich gut. Das
Wir sind am Sonnabend Vormittag in die Innenstadt gefahren. Das MfS stand bei uns zu Hause und hat gewartet, dass wir aus der Tür herauskommen. Es war nichts Schlechtes, dass wir die so hinters Licht geführt haben. In der Innenstadt sind viele Leute einkaufen gegangen. In der Thomaskirche gab es eine Motette des Thomanerchores mit viel Publikum. Auf einmal war Leben in der Innenstadt, Musik, man konnte verweilen, sich hinsetzen. Es war eine tolle Atmosphäre. Dann wurden aber politische Straßentheaterstücke gespielt, von einer Gruppe aus Quedlinburg, mit dem Thema ´Stacheldraht`. Da wurde es den Behörden zu viel, und sie sind eingeschritten. Es fuhren LKW vor.
Das war so gegen zwölf Uhr, als viele Leute zu Hause waren, und nicht mehr so viel Publikum auf der Straße war. Sie fingen an, wahllos Musiker einzufangen. Alles, was ein Instrument hatte, wurde
Dann gab es eine Demonstration: eine Polonaise zum Polizeiamt in der Innenstadt. Da haben die Leute einen Sitzstreik gemacht – eine tolle Aktion!
An diesen Tagen waren viele Touristen in der Innenstadt, die zum Thomanerchor wollten. Auf einmal sahen sie: Die führen Musiker zu, die friedlich Musik machen und Lieder spielen. Die werden verhaftet! In welchem Land leben wir denn? Ich hab Freunde gehabt, für die war das der ausschlaggebende Punkt, zu sagen: ´Hier muss ich aktiv werden, in dem Land muss sich irgendetwas ändern`. Oder, es hatte genau den gegenteiligen Effekt, dass die Leute einen
Uwe Schwabe, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
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Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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