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Reinhard Schult - Haft und Verhöre

Reinhard Schult - Haft und Verhöre

Weil er die Aussage verweigert, bekommt es Reinhard Schuld in Verhören mit massiven Einschüchterungsversuchen vom MfS zu tun. Und auch die beengte Situation in der Zelle ist schwierig.

Inhalt

„...lief über Einschüchterungsversuche, also auch gerade, weil ich also erstmal alles abgestritten habe, dann später auch die Aussage verweigert habe. Also da haben sie schon massiv gedroht, also sowohl mit zehn Jahren Knast. Staatssicherheit hat ja immer so versucht, sich den Nimbus der Allmacht zu geben und dass sie außerhalb des Rechts stehen. Und dass sie alles machen können. Also es ist auch gedroht worden mit psychiatrischer Anstalt, einliefern und verschwinden lassen. Also nicht verschwinden lassen, also in der psychiatrischen Anstalt verschwinden lassen und so weiter und so fort. Also das war schon schon schwierig, dazu noch die beengte Situation in so einer Zelle von zwei Meter mal 3,50 Meter mit zwei Mann Klappbetten. Da konnte man so fünf, sechs Schritte vor und zurück. Mit einer halben Stunde Freigang am Tag. Sonntag gar nicht, da hatten sie zu wenig Personal, da ist man nicht rausgekommen an der frische Luft. Waren ja auch keine Fenster, sondern Glasbausteine, wo Licht durchdrang, also zwei Reihen Glasbausteine, wo so'n Luftkanal war, dass man noch ein bisschen Luft bekam, aber wenn zwei in der Zelle waren und beide geraucht haben, dann musste man sich immer an diesen Luftkanal stellen, um immer den Zigarettenrauch gleich raus zu blasen, sonst wäre man erstickt in der Zelle. Also das war schon, ohne Uhr, also das war schon relativ schwierig und ich habe danach drei oder vier Monaten auch Herzbeschwerden gekriegt, so dass man dann irgendwie am Tag wohl irgendwie so eine so eine Tablette oder Beruhigungstablette gekriegt hat. Das ging dann nach ein paar Wochen wieder zurück, aber der Druck war schon ziemlich immens. Also auch die Konzentration bei den Vernehmung, bei den Vernehmung um irgendwie aufzupassen, dass man sich nicht reinlegen lässt. Also man ist nach so einer achtstündigen Stunden Vernehmung mit ziemlich starken Kopfschmerzen wieder nach unten runtergegangen. Dann gab es auch so Härtetests mit acht Stunden Schweigen. Man sitzt sich acht Stunden gegenüber und schweigt. Also man kommt rein, der Vernehmer sagt, 'haben sie irgendwie was überlegt, haben sie was zu sagen?' Sage, 'nö, bleibe bei meiner Haltung und verweigere die Aussage'. Ja und dann sitzt man sich so gegenüber und dann schweigt man bis zum Mittag und dann gibt's natürlich Mittag, muss man wieder runter, kommt man nach eins wieder hoch und schweigt bis zum Feierabend bis um 5 Uhr weiter."

Reinhard Schult, Zeitzeuge auf jugendopposition.de

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  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 3 Min.

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