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Petra Falkenberg:
„Also, ich war in Gera in der Stasi U-Haftanstalt und zwar vom 21.01. bis 24.02. Ja, also das war staatsfeindliche Hetze, Nachrichtenübermittlung, ja, sowas. In der Untersuchungshaft in Gera wurde mir nichts von Amnesty International gesagt, ich habe davon nichts gewusst. Also das habe ich erst später erfahren, als ich dann aus dem Knast wieder rausgekommen bin, und zwar in Form eines Päckchens und darüber habe ich mich sehr gefreut, das war aus Frankreich, das wusste ich und das war von einer Madame Ollière, wenn ich das jetzt richtig ausspreche, und da war für meine kleine Tochter also diese Puppe drin [hält Puppe in die Kamera] und für mich ein Armreif und ein tolles Parfüm. Also das war so sowas fürs Leben, das fand ich also ganz toll. Was ich aber ganz bestimmt denke und das habe ich ja dann auch aus dem Schriftverkehr mitbekommen, dass Amnesty sich also an die Staatsseite gewandt hat wegen unserer Inhaftierung und ich denke, dass das auch ein Punkt war zusammen mit allen anderen, die dann was gemacht haben, dass wir also nicht verurteilt worden sind. Also davon gehe ich aus. So richtig 100%, also so richtig mit Namen und Adresse, ich hatte zwar ein Foto auch von diesen Menschen. So da sind so fünf Leute drauf, aber so richtig schwarz auf weiß habe ich davon eigentlich Ende vorigen Jahres erfahren. Da habe ich dann im Dommaschk-Archiv Unterlagen gekriegt und da habe ich erstmal mitgekriegt, wie das alles funktionierte.“
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Produktion: 2000
Spieldauer: 2 Min.
hrsg. von: Anja Mihr, Amnesty International in der DDR. Zeithistorische Arbeit und Wanderausstellung, Berlin 2001, ai-Interview mit Petra Falkenberg