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Zeitzeugin: Ulrike Poppe (* 1953 in Rostock)
Also, das Schlimmste war ja eigentlich die Trennung von meinen Kindern, die damals noch sehr klein waren. Und ich wusste, das ist schwierig für meinen Mann, der arbeitete ja in drei Schichten, das ging eigentlich gar nicht. Ich erfuhr auch, dass zwei Tage nach meiner Verhaftung der Kinderladen aufgelöst wurde durch die
Jedenfalls ist es nicht zum Prozess gekommen, sondern wir kamen dann sehr überraschend nach sechs Wochen schon wieder frei. Am 24. Januar 1984 wurden wir morgens aus der Zelle geholt, einer Staatsanwältin vorgeführt, die uns dann einen Paragrafen vorlas, nach dem wir also wieder entlassen werden. Die Frauengruppe oder auch alle unsere Freunde haben das als einen riesigen Erfolg gewertet. Plötzlich war dadurch sichtbar geworden, dass die Macht des Staates nicht unendlich ist und dass wir auch ein Stück weit Macht haben können, wenn wir zusammenhalten und wenn wir in die Öffentlichkeit gehen. Wenn die Öffentlichkeit protestiert, dann können wir schon auch auf die Staatsorgane Druck ausüben. Das ist ja in diesem Falle sehr gut gelaufen und hat sich bewährt. Und von da an wussten wir: Der beste Schutz ist die Öffentlichkeit.
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Spieldauer: 4 Min.
hrsg. von: Robert-Havemann-Gesellschaft
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