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In der Nacht vom 19. zum 20. Juni haben sie uns nach Frankfurt/Oder, transportiert, zur
In der Ecke war unser Notdurftkübel. Da gab es keine Toilette. Notdurftkübel, Tisch. Die anderen saßen auf der Bretterpritsche. Wir haben zu viert geschlafen, das war eine Breite von vielleicht drei Metern. Dann kommt's: Jede Nacht bis morgens zur Vernehmung, auch meine Kollegen. Ich bin jede Nacht bis zum 24. da hin, ich hab nur noch gewackelt. Am 25. abends ging's zum Prozess.
Am 25. musste ich das erste Mal tagsüber zur Vernehmung. Ich musste ins Zimmer reinkommen. Da war ein
Wissen Sie, ich war so fertig wegen der anderen Nächte, ich hab mit dem Schlaf zu kämpfen gehabt, ich hab ja nur noch gewackelt. Aber das wusste ich genau. Wie konnte ich das denn sagen? Das wäre ja eine Lüge gewesen. Ich sag: ´Das hab ich nicht gesagt`. Ich sitze hier auf dem Schemel, ein Tisch dazwischen, und so, wie Sie jetzt sitzen, saß der Stasi-Mann. Springt auf, kommt rum, schmeißt mich vom Hocker, tritt mir mit den Beinen in den Hintern und brüllt mich an: Ich soll mich an die Wand stellen. Ganz ehrlich, ich hab gedacht: Jetzt ist Feierabend!
Heinz Grünhagen, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
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Produktion: 2006
Spieldauer: 4 Min.
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