Uwe Schwabe
Widerspruchsgeist entwickelt sich Uwe Schwabe während einer Armeezeit mit vielen Demütigungen. Da ist es ein Glück, mit jemanden die Bekanntschaft zu machen, der ihn in kirchliche Kreise einführt.
Ich habe den normalen Lebensweg, wie ihn viele, oder fast alle in der DDR mitgemacht haben:
Dort diskutieren Leute politisch, setzten sich mit politischen Themen auseinander, redeten offen und frei. Das war ich früher nicht gewohnt. Bei der FDJ-Versammlung oder im FDJ-Studienjahr, da wurde nicht politisch diskutiert. Ich bin noch in einer Zeit groß geworden, in der viele Blues-Gruppen gespielt haben. Wir sind durch die Gegend getrampt und den Gruppen durch die ganze DDR hinterher gereist. Wir sind im Sommer nach Ungarn und Bulgarien getrampt – zu Konzerten. Das war eine sehr wichtige Zeit für mich, ich war so einer, der eher in der Hippie-Blues-Bewegung groß geworden ist. Das hat mich geprägt. Die Leute haben eine ziemlich freie Einstellung zum Leben gehabt. Die wollten einfach nur leben, Spaß haben, sich frei entfalten können. Und das konnten sie in diesem Staat nicht.
Der Widerspruchsgeist entwickelte sich bei mir etwas später, und zwar während meiner Armeezeit. Das war für mich ein zentrales Ereignis, denn dort hatte ich erlebt, wie dieser Staat funktioniert: diese Demütigungen, diese Bespitzelungen, diese Propaganda-Lügen, die es dort gab. Dass da Leute saßen, die meinen weiteren Lebensweg bestimmen konnten. Ich habe während dieser Armeezeit erlebt, dass die diese Macht hatten. Der Kompanie-Offizier hat mich entlassen, mit dem Hinweis: ´Herr Schwabe, wir werden dafür sorgen, das Sie in der Kohle landen`.
Ich habe nach meiner Armeezeit Udo Hartmann kennen gelernt, und der führte mich ein. Da gab es jedes Jahr im Herbst eine
Uwe Schwabe, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung