Doris Liebermann
Noch zu Schulzeiten kommt Doris Liebermann über einen engagierten Pfarrer in Kontakt mit der Jungen Gemeinde. Für sie öffnet sich eine völlig neue Welt, die sie sehr zum Nachdenken bringt.
Ich bin in einem ganz kleinen Dorf in Thüringen geboren. Das ist ungefähr zehn Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt gewesen. Es war das erste Dorf außerhalb des Sperrgebiets. Das heißt eigentlich: Hinter dem Dorf endete die Welt für mich. Meine Eltern sind Bauern. Ich kann nicht direkt sagen, dass sie unpolitisch waren, aber Bauern sind in ihrer Haltung sehr konservativ, ist meine Erfahrung. Über die gehen die politischen Wellen hinweg, ohne dass sich viel ändert an ihrer Haltung.
Ich bin sehr ambivalent erzogen worden. Man machte alles mit, was in dem Staat DDR gebraucht wurde. Ich wurde zu den
Frage: Welche Rolle spielte die Kirche für Sie, in Ihrer Prägung als Jugendliche?
Die spielte eine ganz große Rolle. Aber nicht als Kirche, sondern in Gestalt eines einzelnen Pfarrers, der nach dem Studium in Jena nicht in unser Dorf, sondern in das Nachbardorf kam. Er war voller Ideen und Pläne und belesen und eigentlich völlig fehl am Platz in diesem Dorf. Der hatte sehr viel Literatur, er gab uns Bücher von
Dort lernte ich Leute kennen wie
Doris Liebermann, Zeitzeugin auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
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