Sputnik-Verbot
Im November 1988 unterbindet die DDR-Regierung die Zustellung der sowjetischen Zeitschrift Der Sputnik. Die sowjetische Zeitschrift informiert über die Veränderungen durch Glasnost und Perestroika.
Moderatorin:
„Nun, es ist so weit. Der Start der sowjetischen Raumfähre Buran – Schneegestöber – hat wunderbar geklappt. Sie kreist irgendwo auf ihrer Umlaufbahn. Hingegen musste das Unternehmen Sputnik kurz nach dem Start abgebrochen werden. Sputnik – der Weggefährte – darf seit Neuestem nicht mehr in der DDR erscheinen. Kaum war das Postvertriebsverbot in der Hauptstadt ausgesprochen, tönte aus Düsseldorf am Rhein die Begründung. Für die UZ, Organ der DKP, war klar, dass die Zeitschrift Sputnik 'keinen Beitrag bringt, der der Festigung der deutsch-sowjetischen Freundschaft dient'. Diese Einmischung aus Deutschland-West wurde in der Hauptstadt prompt positiv aufgenommen und im Neuen Deutschland nachgedruckt. Deutsche Dogmatiker in Ost und West fühlten sich durch Beiträge über die Geschichte angegriffen und zeigten Flagge gegenüber dem Land, von dem sie früher 'das Siegen lernten'. Doch wie ein ukrainisches Sprichwort sagt: Wenn die Fahne flattert, sitzt der Verstand in der Trompete.“
Foto: „Beschweren Se sich“: Über Tage und Wochen manifestiert sich im ganzen Land der meist unorganisierte Protest gegen das Verbot der Zeitschrift Sputnik. Im Bild: ein von Unbekannten angefertigter Handzettel gegen das Verbot. Quelle: BStU, MfS, BV Berlin Abt. XX Nr. 3791.
Produktion: 11.1988
Spieldauer: 2 Min.
hrsg. von: Radio Glasnost