Initiative Frieden und Menschenrechte
Klare politische Forderungen lassen sich nicht gut unter dem Fähnlein einer kirchlichen Gruppe erheben. Anfang 1986 gründet sich daher die eigenständige Initiative für Frieden und Menschenrechte.
Wir hatten überlegt, dass man das jetzt auch mal irgendwo formulieren muss. Wir können nicht bei Erklärungen und Positionen, die wir öffentlich beziehen, bleiben. Wir müssen eine klarere politische Stellung beziehen. Wir mussten uns nicht lange streiten. Es war relativ schnell klar, worauf man sich einigen konnte. Der Gradmesser für ein politisches System – gleich, welche Vorstellung die verschiedensten Leute in diesen Kreisen hatten – sind natürlich die grundlegenden Menschenrechte, die Bürgerrechte, die Grundrechte. Wenn man die einfordert, das ist in jedem Falle etwas, was als Basis notwendig ist. Das ist ein Gradmesser für die Bewertung eines politischen Systems.
Wenn man klare politische Forderungen erheben will, dann muss man sich doch als das formulieren, was man ist. Man kann nicht unter dem Fähnlein einer kirchlichen Gruppe fungieren. Auch deswegen war für uns diese eigenständige Gründung der Initiative 'Frieden und Menschenrechte' wichtig.
Außerdem haben wir versucht zu demonstrieren. Wir haben versucht, am Tag der Menschenrechte 1988 mit Transparenten vor das offizielle DDR-Komitee für Menschenrechte zu ziehen. Solche Aktionen endeten natürlich mit Festnahmen, bevor wir überhaupt irgendetwas entrollen konnten. Und wir haben darauf gesetzt, dass es eine Medienöffentlichkeit gibt.
Peter Grimm, Zeitzeuge auf www.jugendopposition.de
Produktion: 2004
Spieldauer: 3 Min.
© 2004 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung