Das Sputnik-Verbot
Der SED ist die Zeitschrift zu realistisch: Die verbotene Ausgabe des Sputniks vom Oktober 1988.
„Beschweren Sie sich“: Über Tage und Wochen manifestiert sich im ganzen Land der meist unorganisierte Protest gegen das Verbot der Zeitschrift
Sputnik. Im Bild: ein von Unbekannten angefertigter Handzettel gegen das Verbot.
Ein von Unbekannten angefertigter Handzettel gegen das Verbot der Zeitschrift Sputnik. Im Bild: Erich Honecker (links) und Michail Gorbatschow.
Klares Statement: Das Sputnik-Graffiti auf der Straße zwischen Ortmannsdorf und Härtensdorf. Es wird von Stefan Eisenblätter und seinen Freunden
Carsten Kunze und Ralf Siebdraht (Schüler der zehnten Klasse) im sächsischen Ortmannsdorf auf den Asphalt gepinselt. Tatzeit: in der Nacht vom 6. auf den 7. März 1989.
Handzettel von Stefan Eisenblätter und seinen Freunden Carsten Kunze und Ralf Siebdraht: So protestieren die Schüler der zehnten Klasse im
sächsischen Ortmannsdorf (bei Zwickau) gegen das Sputnik-Verbot.
Mit einem Stempelkasten fertigen Stefan Eisenblätter und seine Freunde Carsten Kunze und Ralf Siebdraht, Schüler der zehnten Klasse, im sächsischen
Ortmannsdorf nahe Zwickau kleine Handzettel, mit denen sie zur gesellschaftlichen Umgestaltung in der DDR aufrufen.
17. Januar 1989, Bericht der Volkspolizei Zwickau nach dem Auffinden des Zettels „Umgestaltung – wann bei uns?“.
„21 Jahre Prager Frühling“: Stefan Eisenblätter und seine Freunde Carsten Kunze und Ralf Siebdraht erinnern mit diesem Plakat an die
Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 durch Truppen des Warschauer Vertrags. Sie überkleben damit ein Fernstraßenschild außerhalb ihres Heimatdorfs Ortmannsdorf.
„Biete Sputnik, suche Stalin“: Selbst der kleinste Zettel mit einer Anspielung aufs Sputnik-Verbot wird von der Stasi sichergestellt (1988).
„Ohne Offenheit gibt es keine Demokratie“: Ein Zitat des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow wird zum Flugblatt (1988).
Weil er sich mit dem Verbot des Sputnik nicht abfinden will, schreibt Christian Sachse eine Eingabe an das Zentralkomitee des SED.
Comic von Dirk Moldt zum Sputnik-Verbot.
Das Verbot des Sputniks war nur der Anfang. Die Behörden streichen Sowjetische Filme aus dem Kino-Programm, weil sie der SED politisch nicht ins
Konzept passen. Protestschreiben des Weißenseer Friedenskreises gegen die Streichung von Sowjetischen Kinofilmen vom 24. November 1988.
Aus Protest gegen die Streichung von fünf Sowjetischen Spielfilmen ruft der Weißenseer Friedenskreis zum Kino-Boykott auf.