Befehlsverweigerung in der NVA
Der Fahneneid der NVA verpflichtet jeden Soldaten, den „Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen“ und den „militärischen Vorgesetzten
unbedingten Gehorsam zu leisten“. Wer der Feind ist, bestimmt die Partei. Im Bild: die Vereidigung von Wehrpflichtigen der Grenzbrigade " 13. August" am 20. Mai 1967 am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow.
Eine glatte Lüge: Die SED-Führung lässt über ihre Massenmedien verbreiten, dass auch die NVA in die ČSSR einmarschiert ist. Im Bild: ein Artikel
im Neuen Deutschland vom 4. September 1968.
Ein 21-jähriger Soldat der NVA schreibt in einem Brief an seine tschechische Freundin über seine Situation bei der NVA und die erhöhte
Einsatzbereitschaft. Der Brief wird durch die Staatssicherheit kontrolliert und der Soldat verhaftet. Er wird wegen Staatsfeindlicher Hetze und Verrat militärischer Geheimnisse zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
Am 4. November 1989 prangern Demonstranten in Ost-Berlin (im Bild) die SED wegen der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 an. Für die
Parteiführung ist es hingegen ein Makel, dass die Sowjets die NVA nicht an der Besetzung der ČSSR teilnehmen lässt.
Originaltext der staatlichen Nachrichtenagentur ADN zu diesem Foto: "In den ersten Tagen des Septembers besuchte der Stellvertreter des Ministers für
Nationale Verteidigung, Generalleutnant Siegfried Weiß, Einheiten und Truppenteile der NVA, die an den gemeinsamen Handlungen der Bruderarmeen zum Schutze der sozialistischen Errungenschaften in der ČSSR teilnahmen. [...] ." Im Gegensatz zur Aussage des Bildtextes sind die NVA Einheiten vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes ausgeschlossen. Ihre Truppen liegen an der Grenze in Bereitschaft.
Vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes ist die NVA ausgeschlossen. Ihre Truppen liegen an der Grenze in Bereitschaft. Im Bild:
Panzereinheiten der Sowjetarmee in Prag.