Beataufstand
„Das Auftreten dieser Kapelle steht im Widerspruch zu unseren moralischen und ethnischen Prinzipien“, lautet die Begründung zum Verbot der
Butlers Ende Oktober 1965. Im Bild: die Butlers 1965.
Fast alle Leipziger Beatgruppen werden abgeschafft: Mithilfe eines Kinderstempelkastens fertigen drei Leipziger Schüler dieses Flugblatt an, mit dem
sie zu einer Demonstration gegen die Verbote aufrufen.
Mit diesem Kinderstempelkasten aus dem Spielwarengeschäft fertigen die Jugendlichen Flugblätter gegen das Verbot der Butlers an. Nach ihrer
Festnahme beschlagnahmt die Staatssicherheit den Stempelkasten und verwendet ihn als Beweismittel.
Schwerwiegendes Beweismittel: Einer der Jugendlichen verewigt seine Helden auf seiner Federtasche, die bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt wird.
Massives Polizeiaufgebot gegen friedlich demonstrierende Beatfans: Am Vormittag des 31. Oktober 1965 versammeln sich etwa 2.500 Personen in der
Leipziger Innenstadt, unter ihnen circa 500 bis 800 Beatfans. Der Rest sind FDJ-Funktionäre, Genossen und Sicherheitskräfte in Zivil. Sie setzen Hunde und Wasserwerfer auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz ein.
Am Ende der Beatdemo werden 267 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren abgeführt. 97 von ihnen werden zur Zwangsarbeit in die Tagebaue von Kitscher
und Regis-Breitingen zur sogenannten Umerziehung gesteckt – ohne Gerichtsurteil und bis zu sechs Wochen. Im Bild: Einsatz von Wasserwerfern auf der Beatdemo am 31. Oktober 1965.