Jena
Prügel für die Partei: Am 17. Juni 1953 beteiligen sich Zehntausende Menschen an den Demonstrationen im Zentrum von Jena. Nach der Kundgebung
stürmen Demonstranten die Gebäude der SED-Kreisleitung, der FDJ, der GST und der Nationalen Front. Einige SED-Funktionäre werden von aufgebrachten Bürgern verprügelt.
Zehntausende Demonstranten versammeln sich seit neun Uhr auf dem Holzmarkt, dem zentralen Platz der Stadt. Unter dem Jubel der Demonstranten fordern
die Redner den Sturz der Regierung, freie Wahlen und die Abschaffung der Volkspolizei.
Gegen elf Uhr versammeln sich etwa 5.000 Menschen vor der VP-Haftanstalt in Jena. Die Menge befreit 61 Häftlinge. Außerdem fordert sie, die
Zustände im Gefängnis offenzulegen. Zu einer Klärung der kursierenden Gerüchte kommt es nicht, weil der Aufstand rasch niedergeschlagen wird.
Panzer in der Innenstadt von Jena: Am frühen Nachmittag des 17. Juni 1953 rücken erste sowjetische Truppen ein. Die Demonstranten versuchen sich zu
wehren, indem sie Barrikaden und Sitzblockaden errichten. Sie können die Soldaten aber nur kurze Zeit aufhalten. Die Sowjets räumen die SED-Kreisleitung und verhaften acht Streikende. Darunter befinden sich Alfred Diener, Walter Scheler und Herbert Bähnisch.