Magdeburg
Magdeburg ist in den 1950er Jahren ein Zentrum der Schwerindustrie mit Zehntausenden Arbeitern. Die Meldungen von Streiks und Demonstrationen in
Berlin werden auch in den Magdeburger Betrieben heftig diskutiert. Am 17. Juni 1953 wird mit Beginn der Frühschicht in den ersten Betrieben Magdeburgs ebenfalls gestreikt. Es formieren sich Demonstrationszüge, die sich im Stadtzentrum vereinigen. Die Demonstranten stürmen mehrere öffentliche Gebäude, unter anderem den Sitz der Volkspolizei. Im Bild spricht eine Delegation der Aufständischen vom Balkon des Volkspolizeikreisamtes zu den Demonstranten.
Das Bild zeigt ein Areal in Magdeburg-Sudenburg, auf dem das Bezirksgericht, die Polizeibehörde, die Untersuchungshaftanstalt und das MfS-Gefängnis
liegen. Bis zu 15.000 Menschen belagern am 17. Juni 1953 dieses Gelände. Dabei kommt es zu Schießereien mit Polizisten, bei denen mindestens sechs Demonstranten sterben und Dutzende verletzt werden.
Den Magdeburgern reichts: Im Laufe des Vormittags wächst die Zahl der Demonstranten auf etwa 50.000 an. Verschiedene Demonstrationszüge vereinigen
sich zunächst im Zentrum der Stadt. Eine einheitliche Führung fehlt, und so verteilen sich die Demonstranten an verschiedenen Orten. Im Bild: Demonstranten vor dem Gebäude des Volkspolizeikreisamtes in Magdeburg.
Auf ihrem Weg durch Magdeburg besetzen die Demonstranten mehrere Gebäude der Staatsmacht. Sie verwüsten auch die Räume der SED-Kreisleitung und die
der FDJ-Bezirksleitung. Bilder von Stalin und Ulbricht gehen ebenso in Flammen auf wie eine Vielzahl von Akten.
Über Magdeburg wird der Ausnahmezustand verhängt.