17. Juni 1953
Hü und hott bei der SED: Politbüro und DDR-Ministerrat gestehen ein, dass sie in der Vergangenheit Fehler begangen haben. Die sollen nun korrigiert
werden. Doch im ganzen Land rumort es bereits unüberhörbar. Zehntausende haben in den letzten Monaten die DDR in Richtung Westen verlassen. Die umstrittene Normenerhöhung wird durch das Politbüro allerdings nicht zurückgenommen. Sie wird zum Auslöser des Volksaufstands vom 17. Juni 1953.
Nach dem Tod des sowjetischen Staats- und Parteichefs Josef Stalin im März 1953 erreicht der Personenkult um den Diktator seinen Höhepunkt. Der
Schriftsteller und spätere Kulturminister der DDR, Johannes R. Becher, verherrlicht den Diktator in seinem Gedicht „Dem ewig Lebenden“.
Volksaufstand gegen das SED-Regime: Es ist der erste landesweite Aufstand in einem kommunistischen Staat. Die Demonstranten fordern freie und geheime
Wahlen, den Rücktritt der Regierung, den Abzug der Besatzungstruppen, die Senkung der Normen, Freiheit für politische Gefangene und die Einheit Deutschlands. Letzteres ist eine der Hauptforderungen. Stahlwerker aus Hennigsdorf durchqueren den Westberliner Arbeiterbezirk Wedding auf dem Weg nach Ost-Berlin.
Der Demonstrationszug der Hennigsdorfer Stahlarbeiter zum Haus der Ministerien.
Junge Arbeiter klettern auf das Brandenburger Tor und entfernen die die rote Fahne.
Demonstranten entfernen die rote Fahne vom Brandenburger Tor, verbrennen sie und ersetzen sie durch drei schwarz-rot-goldene Flaggen.
Volksaufstand gegen das SED-Regime: Es ist der erste landesweite Aufstand in einem kommunistischen Staat. Die Demonstranten fordern freie und geheime
Wahlen, den Rücktritt der Regierung, den Abzug der Besatzungstruppen, die Senkung der Normen, Freiheit für politische Gefangene und die Einheit Deutschlands. Letzteres ist eine der Hauptforderungen. Demonstranten entfernen die rote Fahne vom Brandenburger Tor, verbrennen sie und ersetzen sie durch drei schwarz-rot-goldene Flaggen.
Demonstranten verbrennen die Rote Fahne.
Am 17. Juni 1953 demonstrieren am Potsdamer Platz Arbeiter für freie gesamtdeutsche Wahlen.
An vielen Orten entlädt sich die Wut der Demonstranten gegen das SED-Regime: Sie stürmen zahlreiche Gebäude der Staatsmacht. Im Bild verwüsten
Demonstranten ein Parteibüro der SED in der Friedrichstraße in Ost-Berlin.
Nach der Erstürmung eines SED-Lokales werden unter dem Jubel der Bevölkerung Bilder von Pieck und Grotewohl auf der Straße verbrannt.
Ein Ostberliner Arbeiter entfernt ein Stalin-Portrait.
Feuer bei der Vopo: Demonstranten verbrennen die Einrichtungsgegenstände eines Volkspolizeireviers im Columbus-Hochhaus am Potsdamer Platz.
Junge Männer schreiben Anti-Volkspolizei-Parolen an eine Häuserwand in Ost-Berlin.
Volkspolizisten sperren am 17. Juni eine Straße in Ost-Berlin ab.
An der Sektorengrenze in der Friedrichstraße reißen Demonstranten ein Sektorenschild nieder.
Der Befehl des sowjetischen Militärkommandanten über die Verhängung des Ausnahmezustands für den sowjetischen Sektor von Berlin wird am Mittag des
17. Juni über den DDR-Rundfunk verlesen. Die Sowjets verhängen den Ausnahmezustand in 167 der insgesamt 217 Land- und Stadtkreise der DDR. Für Ost-Berlin wird er erst am 11. Juli wieder aufgehoben.
Sowjetische Panzer sind am Potsdamer Platz aufgefahren.
Um den Aufstand niederzuschlagen, ruft die DDR-Führung sowjetische Kampftruppen zur Hilfe. Am Potsdamer Platz stellen sich Demonstranten den
sowjetischen Panzern in den Weg. Viele flüchten vor der geballten Militärmacht in den sicheren Westteil der Stadt.
Ein ungleiches Duell: Die Jugendlichen Hans Joachim Maitre (l.) und Erwin Kalisch (r.) gehen in der Leipziger Straße mit Steinen gegen sowjetische
Panzer vor. Der 19-jährige Hans Joachim Maitre wird nach dem Aufstand verhaftet und wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Er flüchtet 1954 in die Bundesrepublik. Erwin Kalisch wird durch dieses Foto als Steinewerfer identifiziert, verhaftet und vom sowjetischen Geheimdienst gefoltert. Die DDR-Justiz verurteilt ihn als „Knecht des Monopolkapitals“ zu drei Jahren Gefängnis. 1956 flieht auch er in die Bundesrepublik.
Ohnmächtig schüttelt ein Demonstrant die Faust, als sowjetische Panzer in Stellung gehen.
Todesmutig: Auf dem Potsdamer Platz greift ein Demonstrant einen sowjetischen Panzer an.
Demonstranten flüchten vor russischen Panzern an der Sektorengrenze in der Friedrichstraße.
Sowjetische Panzer und Volkspolizisten am Brandenburger Tor.
Gewaltsam gehen Sowjetische Soldaten und Volkspolizisten gegen die Demonstranten vor. Es gibt viele verletzte und Tote. Ein verletzter Demonstrant
wird abtransportiert.