Ein von Häftlingen geprägter Begriff. Das „
Eine Unschuldsvermutung gibt es nicht, jeder Eingelieferte wird verurteilt. Allerdings darf nach den Vorschriften der Gründers des sowjetischen Geheimdienstes, Feliks E. Dzierzynski, niemand ohne Schuldeingeständnis verurteilt werden. Also werden Gefangene so lange gequält, bis sie zur Unterschrift unter die Protokolle bereit sind. Weil monatlich eine vorgegebene Anzahl von Verhaftungen vorgenommen werden müssen, werden auch viele Unschuldige zu Geständnissen gezwungen und verurteilt.
Aber im
Auch
Die Zustände in den Kellerzellen des U-Boots sind unter dem sowjetischem Regime lebensbedrohend. Es gibt kaum Wasser zum Waschen, keine Haftkleidung, keine Zahnbürste, kein Toilettenpapier für die Kübel in den Zellen. Es gibt nur sehr wenig und schlechtes Essen. Die Gefangenen beginnen zu verhungern. Die brutalen Wärter leisten sich gelegentlich ihre „Privatvergnügungen“, indem sie Frauen vergewaltigen oder Männer quälen. Hinzu kommen die dienstlichen Quälereien im Auftrag der Vernehmer: Zusammenschlagen von Gefangenen, Einsperren in Stehzellen oder auch Wasserzellen, in denen die Gefangenen über Tage mit Wasser ausgekühlt werden, bis sie zum Geständnis bereit sind.
Über die Anzahl der Opfer liegen keine Angaben vor, weil das Material in den sowjetischen Geheimdienstarchiven liegt. Bekannt ist immerhin, dass von 1947 bis 1951 25.000 bis 26.000 Gefangene durch die Untersuchungshaft in
Im Frühjahr 1951 übergibt der sowjetische Geheimdienst den Sperrbezirk Hohenschönhausen der DDR-Regierung, die ihn dem eigenen Geheimdienst, dem
Obwohl die Untersuchungshaft noch stark von sowjetischen „Instrukteuren“ bestimmt wird, gibt es Milderungen bei den Haftbedingungen. Zum einen aus Mentalitätsgründen: Man hält es in Deutschland nicht für angemessen, dass sich Wächter private „Vergnügungen“ mit Gefangenen leisten. Zum anderen aus Effektivitätserwägungen: Die Gefangenen werden nach ihrer Verurteilung zur Zwangsarbeit für das DDR-Regime gebraucht. Es gibt Wasser zum Waschen, Toilettenpapier, Zahnbürste und Haftkleidung, die regelmäßig gewaschen wird. Die Zellen sind nicht mehr ganz so überfüllt, und es gibt etwas mehr Essen. Das heißt: Die Gefangenen verhungern nicht mehr, sondern hungern „nur noch“. Und nach dem Tod von Stalin am 5. März 1953 wird auf Anweisung des sowjetischen Geheimdienstchefs schwere körperliche Folter verboten.
Ab dann wird in Hohenschönhausen vorzugsweise mit Schlafentzug, aber auch mit dem Gummiknüppel „gearbeitet“. Gegen prominente Gefangene, die man bei einem etwaigen
Nach der Fertigstellung des Gefängnisneubaus 1961 werden die Gefangenen immer häufiger dorthin verlagert. Die Haftgeschichte von Hohenschönhausen geht dort weiter. Im U-Boot gibt es vermutlich seit Ende der 1960er Jahre keine Untersuchungsgefangenen mehr. Nach dem Ende des DDR-Regimes wird das U-Boot Teil einer Gedenkstätte, durch die heute jährlich Hunderttausende von Besuchern geführt werden.