Am 7. Mai war die Wahl gewesen. Am 7. Juni hatten wir uns das erste Mal getroffen. Wir wollten uns wiederum an der Neuen Grünstraße treffen. Das ist da, wo das Konsistorium der Kirche war. Wir wollten uns da treffen und eine Demonstration machen. Hier stand wieder alles voller Interner Link: Staatssicherheit, Polizei, busweise war da alles voll. Die beiden Kirchenoberen, der Stadtjugendpfarrer Interner Link: Wolfram Hülsemann, und Martin Michael Passauer, damals Berater von Bischof und Pfarrer in der Sophienkirche kamen zu uns und haben gesagt, wir sollen hier auf keinen Fall das jetzt in die Öffentlichkeit tun, weil wir werden hier einfach alle eingesperrt werden. Ich hatte ein Plakat mit. Das hatte ich vorher geschrieben. Da stand drauf "Nie genug vom Wahlbetrug" in orangener Schrift. Das ist quasi satirisch gemeint. "Nie genug von Wahlbetrug". Das haben wir bei der "Interner Link: Orange Alternative" in Polen gelernt. Zu denen hatten wir Kontakt. Die haben ja immer so eine Aktion gemacht mit. Wenn wir eine Demonstration machen zur Freilassung irgendeines Mitgliedes der Interner Link: Orange Alternative, auch eine Sponti-Gruppe, dann machen sie Plakate wo draufsteht "Sperrt ihn ein, sperrt ihn ein", um quasi satirisch darauf aufmerksam zu machen, wie absurd, dass hier ist. So war auch das Transparent gemeint. "Nie genug vom Wahlbetrug." Deswegen die orangene Schrift. Ich weiß, es kennt keiner. Und das Foto, das davon überall hängt, auch im Mauermuseum und so, das ist ja gar nicht orange, das ist ein schwarz-weiß Bild. Deswegen muss man das jetzt erklären, wo ich schon mal die Gelegenheit habe. Dieses Transparent hatte ich dabei und hatte das unter meiner Jacke und hatte die Jacke so zu. Ich hatte deswegen so einen dicken Bauch. Und der Interner Link: Wolfram Hülsemann sagte zu mir, ich muss ihm das Transparent geben. Ich habe gesagt, ich geb dir nicht mein Transparent, ich habe das doch mitgebracht, damit ich es in die Öffentlichkeit bringe. Deswegen kann ich dir das nicht geben. Er hat gesagt "Aber die werden dich einsperren und du bist kirchlicher Mitarbeiter und es geht alles nicht." Ich habe gesagt, es geht aber nicht anders. Und dann ging es eine Weile hin und her. Was tun wir? Und schließlich hat der Martin Michael Passauer gesagt, er würde mit den Staatssicherheitsleuten, die da vor der Tür stehen, sprechen und dafür sorgen, dass wir hier einzeln weggehen dürfen. Und er lädt uns alle ein in die Sophienkirche am selben Nachmittag um 17:00 Uhr. Und da können wir uns ja weiter verständigen, da macht er sowieso eine Andacht, und dann treffen wir uns in Sophien. Und angesichts des hohen Druckes auf das Grundstück Neue Grünstraße haben tatsächlich die meisten von uns gesagt, na, ist doch eine super Idee, das machen wir. Wir treffen uns wieder, weil das ist ein größeres Grundstück und vielleicht kann man da sich nochmal verständigen, ohne dass es jetzt den großen Druck von außen gibt. Da habe ich zu Interner Link: Wolfram Hülsemann gesagt: "Ich gebe dir mein Transparent unter der Bedingung, dass wenn ich in Sophien bin und dir sage, gib es mir jetzt, dann musst du es mir geben, ohne zu fragen warum. Das hat er versprochen. Und dann habe ich ihm mein Transparent gegeben, bin ohne das Transparent mit allen anderen zur Sophienkirche gelaufen. Soweit ist das ja auch nicht und trafen uns 17:00 Uhr.