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Weil ich nun nicht studieren konnte, habe ich überlegt: Was mache ich denn jetzt? Irgendwie fand ich, dass ich als Elektriker und Rangierarbeiter irgendwie noch nicht fertig bin. Irgendwas muss schon noch mit meinem Kopf passieren Ich habe gedacht, dann mache ich halt ein kirchliches Studium. Das geht ja auch unabhängig von Abitur. Ich kam darauf, Diakon, das wäre was für mich. Ich hatte ja bei der Bahn viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Da hätte ich total viele Ideen, wie ich denen helfen könnte, dass die sich integrieren können in die Gesellschaft. Weg von ihren Drogen oder weg von ihrer Armut oder weg von ihrem "Ich muss mal meine Frau schlagen", oder irgendwas. Da hätte ich eine Menge Ideen zu, das kann ich doch auch professionell machen. Und da gibt es einen Ausbildungsberuf bei der Kirche. Diakon, Sozial-Diakon. Das gibt es in Berlin-Weißensee. Das will ich machen. Da habe ich mich beworben, da bin ich genommen worden und da bin ich hin. Ausbildungsbeginn September 1983 in Berlin-Weißensee im Brüderhaus der Stephanus-Stiftung. Dort waren wir zwischen acht und zehn Menschen in einer Klasse. In einem Jahrgang waren wir dort zwischen acht und zehn Menschen in einer Klasse. Das war die einzige Ausbildungsstätte für die ganze DDR. Entsprechend gibt es ganz wenig Menschen, die diese Sozialdiakon-Ausbildung haben. Es ist quasi eine kirchliche Sozialarbeiterausbildung gewesen. Im Oktober 1983 kam der Lorenz Postler, der als Sozialdiakon für die Punks in Ost-Berlin zuständig war. Der kam und hat gesagt, er braucht ehrenamtliche Unterstützung. In seiner
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Produktion: 2021
Spieldauer: 3 Min.
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