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Michael Heinisch-Kirch - Wehrdiensttotalverweigerung

Michael Heinisch-Kirch - Wehrdiensttotalverweigerung

Während seiner Lehre muss Michael Heinisch zur Musterung für den Armeedienst. Weil ihm seine Freiheit wichtig ist, entscheidet er sich schon vorher, zu verweigern. Er weiß um das Risiko.

Inhalt

In meiner Lehrausbildung kam ich dann auch zur Musterung. Ich sollte eingeladen werden, wie alle anderen auch. Was will ich denn nun werden? Ich habe mir gedacht: Das ist doch nicht richtig. Das ist schon wieder so ein Gesetz. Da sagen mir andere Leute, wo ich zwei Jahre lang hingehen soll und was ich da zu tun und zu lassen habe. Das ist einfach nicht richtig. Ich bin noch ein freier Mensch. Ich muss doch irgendeine Möglichkeit haben, mich dafür oder dagegen zu entscheiden. Dann habe ich mir angeguckt: Was sind die Konsequenzen, wenn ich nicht zur Armee gehe? In der Kirche wurden ja durchaus auch Biografien erzählt, von Menschen, die aus religiösen Motiven den Wehrdienst totalverweigert haben. Ich habe mir das angeguckt, habe mich mit Menschen, die im Gefängnis waren, unterhalten und habe dann so entschieden: Das Risiko ist zwei Jahre Knast. Dann habe ich eingeschätzt: Zwei Jahre Knast, das schaffe ich. Also kann ich totalverweigern und habe das dann auch gemacht. Als Elektriker mussten wir dann mit der ganzen Lehrausbildungsklasse für einen Tag oder zwei Tage zum Wehrkreiskommando in Frankfurt/Oder. Ich hatte meine Verweigerungserklärung in der Tasche, weil ich dachte, wenn keiner mit mir reden will, dann erkläre ich es halt schriftlich und lege es irgendwo hin. Und so war es dann auch. Dann gab es erst die ärztliche Untersuchung, dann gab es ein Einzelgespräch, welche Laufbahn ich möchte. Ob ich lieber Panzerfahrer werden will oder lieber zu den Luftwaffen möchte. Ich habe dort immer gesagt: Ich komme gar nicht. Ich bin hier falsch. Ich werde totalverweigern. Das war einfach in deren Programm nicht drin. Die hatten dafür auch kein Feld auf ihren Formularen und haben dann immer gesagt das geht hier aber nicht. Dann kreuzen wir dich jetzt an beim Militärkraftfahrer. Dann bin ich wieder in den nächsten Raum. Dann war ich im letzten Raum, dort habe ich gesagt: Aber ich möchte hier meine Verweigerungserklärung lassen und habe die auch aus der Tasche gezogen, da hingelegt und dann haben die dort gesagt, dann raus! Ein paar Wochen nach meiner Wehrdiensttotalverweigerung beim Wehrkreiskommando kriegte ich eine Einladung von der Interner Link: Staatssicherheit. Ich möchte da bitte hinkommen. Das habe ich dann auch wahrgenommen. Da war so ein richtiger Vernehmer, der saß da und hat gesagt, jetzt möchte ich das doch mal bitte noch mal begründen und fragte wo ich herkomme und was denn möglich ist. Er hat mir auch dort wieder das Angebot gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten. Das habe ich dort aber abgelehnt und dann konnte ich da auch wieder gehen. Für mich etwas befremdlich, aber so haben sie es gemacht.

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  • Produktion: 2021

  • Spieldauer: 4 Min.

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