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Kathrin Mahler Walther - Samisdat "Streiflichter"

Kathrin Mahler Walther - Samisdat "Streiflichter"

Kathrin Walter tippt und redigiert das Samisdat‑Blatt "Streiflichter", organisiert Druck per ORMIG im Jugendpfarramt und meistert Genehmigung, Papierknappheit und mühsame Vervielfältigung.

Inhalt

Dann habe ich dieses Informationsblatt mit unterstützt. In der Redaktion habe ich vor allen Dingen viel getippt und ich habe teilweise auch Artikel geschrieben. Ich habe schon immer sehr gerne geschrieben. Das passte also auch für mich sehr gut. Und dieses Blatt wurde per Post verschickt aus dem Jugendpfarramt heraus. Die Interner Link: Arbeitsgruppe Umweltschutz war an das Jugendpfarramt in Leipzig angebunden, in dem ich ja sowieso auch durch den Jugendkonvent aktiv gewesen bin. Die haben wir dann tatsächlich per Post verschickt an die Mitglieder der Interner Link: Arbeitsgruppe Umweltschutz, aber auch an viele andere Interessierte, die sich in den Verteiler eingetragen haben. Und das alles war möglich, weil das eine Zeitung nur zum innerkirchlichen Gebrauch war. Es ist eben in diesem Rahmen als innerkirchliches Informationsblättchen erschienen. Und es war eben immer eine ganz große Gratwanderung. Jemand musste dir das genehmigen. Also in dem Fall musste der Jugendpfarrer genehmigen, dass das wirklich ein Informationsblatt aus seinem Hause war. Damals war das Pfarrer Kaden. Das war mit ihm auch ganz überwiegend unproblematisch. Der hat das grundsätzlich sehr unterstützt, diese Art von Arbeit. Aber es brauchte eben immer die Genehmigung, auch damit so ein Blatt dann wirklich gemacht werden konnte. Wir hatten damals noch eine einfache ORMIG-Maschine zu stehen im Jugendpfarramt. Aus einer ORMIG-Matrize sind glaube ich so ungefähr fünf lesbare Blätter rausgekommen, dann musste es wieder neu getippt werden. Also das war schon auch extrem aufwendig, diese Zeitschrift damals herzustellen. Man brauchte aber auch die ORMIG-Matrizen, die es in der DDR natürlich nicht frei zu kaufen gab. Man brauchte vor allen Dingen Papier. Allein das Papier für diese Mitteilungen zu kriegen war schon ein Riesenaufwand. Alle Menschen in den Gruppen hatten den Auftrag, wenn sie in einem Schreibwarengeschäft einen Stapel Papier kriegen, also so Schreibmaschinen Papier, wie man es auch heute noch kennt, so 500 Blatt, unbedingt kaufen. Da kriegte man auch immer nur ein Paket davon. Und das war eben wirklich nicht leicht zu kriegen, um überhaupt die Grundlage, die materielle Grundlage zu haben, so ein Informationsblatt zu machen.

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  • Produktion: 2021

  • Spieldauer: 3 Min.

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