Inhalt
Wenn ich zurückblicke, dann habe ich für mich erst persönlich eine Erkenntnis: Ich kann bestimmte Situationen einfach nicht überblicken. Und ich weiß nicht, was als nächstes kommt und wie es weitergeht. Ich hatte einfach das Glück, dass es sich am Ende immer zum Guten gewendet hat. Und das ist etwas, was mich dann auch stark macht und was mir eben so was wie Hoffnung oder Vertrauen gibt. Dass ich nicht gleich alles hinschmeißen muss, sondern dass ich einfach glaube, dass am Ende irgendwie eine gute Lösung bei rauskommen kann und dass ich mich dafür bereit halte. Das andere ist, wenn ich sehe, wie diese Diktatur funktioniert hat, dass sie Menschen gegeneinander ausspielt, Menschen benutzt als Machtinstrumente. Dann finde ich es unheimlich wichtig, eben nicht einzelne Menschen zu schnell zu verurteilen, sondern eben auch zu sehen, dass in einem bestimmten System Menschen ihre Grenzen haben. Man kann es nicht verlangen, dass alle in den Widerstand gehen. Das wird nie passieren. Das ist ist einfach so. Die Menschen trotzdem so zu nehmen wie sie sind ohne ihnen Vorwürfe zu machen, finde ich wichtig. Ich spreche jetzt nicht von aktiven Tätern, die sich schuldig machen. Ich spreche einfach von von den vielen, die irgendwie versuchen sich einzurichten und damit für sich eine Lösung finden, wie sie da leben können. Das Problem sind eben nicht diese Menschen, sondern das Problem ist das System. Wenn das System krank ist, denn dann hat das diese diese Auswirkungen.
Mehr Informationen
Produktion: 2021
Spieldauer: 3 Min.
hrsg. von: Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung
Lizenzhinweise
© 2021 Robert-Havemann-Gesellschaft & Bundeszentrale für politische Bildung