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Es gab schon Ereignisse an dieser zehn Klassen Schule, die belastend waren für mich und auch für viele Mitschülerinnen. Ich erinnere mich an zwei Sachen. Das eine war, da hatte ein Mädchen einen Spendenaufruf gebracht. Da konnte man für eine indische Schule Schulmaterial sammeln und ein Päckchen packen und da hinschicken. Und das war im Grunde das, was uns auch immer gesagt wurde, dass man irgendwie da solidarisch sein soll mit anderen Kindern in anderen Ländern. Sie hatten ein ganz rotes Elternhaus. Ich weiß nicht, wie sie zu dem Zettel gekommen ist. Und dann wurde sie aus dem Unterricht rausgeholt. Und dann weiß man ja immer nicht, was dann passiert. Die Direktorin holt sie aus dem Unterricht raus und nach einer Stunde kam sie dann mit dem heulenden Mädchen wieder und hat dann die Klasse beschimpft, dass wir da so ein kirchliches Pamphlet hätten rumgehen lassen und dass das also von der Kirche aus, also subversiv wäre, weil da steht ja zum innerkirchlichen Dienstgebrauch. Die durften ja nichts drucken, ohne das da drauf zu schreiben. So hat die Direktorin dann eben argumentiert, dass das eben an der Schule überhaupt nicht sein dürfte und dass das eine Straftat wäre. Es ging gar nicht mehr um Indien und um die Schulkinder, sondern nur noch darum, dass sie diese Zettel eben von der Kirche war. Und das war eben das Theater. Und die Direktorin hat da wirklich die ganze Klasse irgendwie zur Schnecke gemacht. Und wie gesagt, dieses Mädchen, was wirklich eine ganz treue sozialistische Erziehung hatte und auch immer die erste war, wenn es um sozialistische Sachen ging, die weinte, weil die wusste gar nicht, wie ihr geschieht. Also ich glaube, es war in der sechsten oder siebten Klasse. Und dann gab es noch mal ein Ereignis in der zehnten Klasse, was auch einschneidend war. Die Eltern eines Mädchens hatten einen
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Produktion: 2021
Spieldauer: 4 Min.
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