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Persönliche Friedensverträge

Persönliche Friedensverträge

Redaktion

Auch wenn sie im Westen oft nur am Rande zur Kenntnis genommen wird, versucht die DDR-Friedensbewegung immer wieder, Kontakte zu Friedensgruppen in der ganzen Welt zu knüpfen. Das ist nur unter großen Schwierigkeiten möglich, denn vielen Friedensaktivisten aus dem Westen verweigern die DDR-Behörden die Einreise.

(© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fo_HAB_14949) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fak_0055) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fak_0056) (© Robert-Havemann-Gesellschaft / RHG_Fak_0057) (© ArchivStAufarb, Bestand Klaus Mehner, 83_1031_POL_Gruene_07)

Da haben die Friedenskreise der Evangelischen Landeskirche Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen eine Idee: Sie entwickeln eine Initiative, um den Kontakt zwischen Friedensbewegung West und Ost zu intensivieren. So gibt es ab Herbst 1983 grenz- und blockübergreifende Persönliche Friedensverträge.

Greifst du mich nicht an, greif ich dich nicht an

Der Hintergedanke: Was auf staatlicher Ebene Anfang der 1980er Jahre unmöglich erscheint, soll auf privater Ebene einfach getan werden. Menschen, die sich nie zuvor zu Gesicht bekommen haben, schließen über den Interner Link: Eisernen Vorhang hinweg miteinander Friedens- und Nichtangriffsverträge ab.

So verbündet sich beispielsweise der DDR-Friedensaktivist Interner Link: Wolfgang Rüddenklau mit dem Dortmunder Stadtrat der Grünen, Hans Hücking. Da die Interner Link: Stasi einen Briefkontakt zwischen Interner Link: Wolfgang Rüddenklau und Hans Hücking verhindert (bis auf den ersten werden alle Briefe abgefangen), schließen die beiden den Friedensvertrag schließlich mündlich am Telefon ab.

Eine Arbeitsgruppe von Pazifisten aus Naumburg/Saale verfasst und verbreitet, als eine von mehreren, Vorlagen für diese Friedensverträge (Bildergalerie). Darin heißt es unter anderem, dass die Unterzeichnenden sich gegenseitig den Verzicht auf einen atomaren Erstschlag erklären und alles daran setzen, Konflikte nicht militärisch, sondern auf friedlichem Wege zu lösen.

Eine wichtige Klausel in den persönlichen Friedensverträgen ist immer auch die, gegen die Militarisierung des Alltags vorzugehen und zuerst in den Kinderzimmern entmilitarisierte Zonen zu schaffen.

Die Friedensverträge werden von einigen DDR-Bürgern unterschrieben und an Gleichgesinnte geschickt, vor allem nach Westdeutschland und in die Niederlanden, aber auch nach Kanada, Schweden und Norwegen.
Neben dem symbolischen haben die Persönlichen Friedensverträge auch einen ganz konkreten Wert: Es entsteht ein grenzübergreifendes Netzwerk von Pazifisten.

Fussnoten

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„Panzer wie in Berlin - Der 17. Juni 1953 in Magdeburg“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., zuletzt abgerufen am xx.xx.xxxx, www.jugendopposition.de/145350