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Gruppe Gegenstimmen

Die marxistisch orientierte Gruppe Gegenstimmen geht aus Auseinandersetzungen um ein vom Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und der Kirche verbotenes Menschenrechtsseminar im November 1985 hervor. Zu den Gründern der Gruppe gehören Reinhard Schult, Thomas Klein und Vera Wollenberger, aber auch die Inoffiziellen Mitarbeiter Knud Wollenberger, Wolfgang Wolf und Mario Wetzky.

Die Gruppe kritisiert 1986 die „sektiererische Ablösung der Menschenrechtsproblematik von der Friedensarbeit“ und wendet sich gegen Versuche, eine DDR-weite Menschenrechtsbewegung zu schaffen.

Eine zentrale Rolle spielt die Gruppe Gegenstimmen bei den Aktionen gegen die Tagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im September 1988 in West-Berlin sowie bei der Herausgabe der inoffiziellen Publizistik „Schuldenkrise“.

Die vom MfS geförderte Tendenz zum „marxistischen Sektierertum“ führt dazu, dass die Mehrheit der Initiatoren die Gruppe nach und nach verlässt. Die Übrigen beteiligen sich im Herbst 1989 an der Gründung der Vereinigten Linken.

Quelle: Hans-Joachim Veen (Hg.), Lexikon. Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur, Berlin, München 2000.


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