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Till Böttcher

Passfoto von Till Böttcher in einer Stasi-Fotodokumentation über die Mitglieder der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/BStU,  MfS BV Berlin Abt. XX - 2746
Passfoto von Till Böttcher in einer Stasi-Fotodokumentation über die Mitglieder der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/BStU, MfS BV Berlin Abt. XX - 2746
24. November 1987: Till Böttcher (links), Tim Eisenlohr und Bodo Wolf bei ihrer Verhaftung in der UB. Quelle: BStU, MfS, AU 245/90, Bd. 2, Bl. 37
24. November 1987: Till Böttcher (links), Tim Eisenlohr und Bodo Wolf bei ihrer Verhaftung in der UB. Quelle: BStU, MfS, AU 245/90, Bd. 2, Bl. 37
Till Böttcher (rechts) und Andreas Kalk nach ihrer Freilassung am 25. November 1987 in der Galerie der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
Till Böttcher (rechts) und Andreas Kalk nach ihrer Freilassung am 25. November 1987 in der Galerie der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
Solidaritätsaktion am Checkpoint Charlie (31. Januar 1988): Die politisch Inhaftierten in der DDR sollen freigelassen werden! Till Böttcher wird am 17. Januar 1988 verhaftet, als er zusammen mit Bert Schlegel und Andreas Kalk auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration...
Solidaritätsaktion am Checkpoint Charlie (31. Januar 1988): Die politisch Inhaftierten in der DDR sollen freigelassen werden! Till Böttcher wird am 17. Januar 1988 verhaftet, als er zusammen mit Bert Schlegel und Andreas Kalk auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration Transparente hochhalten will. Aufschrift: „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ (Rosa Luxemburg). Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie)
Herbst 1989: Till Böttcher in der Galerie der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Harald Hauswald
Herbst 1989: Till Böttcher in der Galerie der UB. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Harald Hauswald
10. September 1989: Till Böttcher und Wolfgang Rüddenklau werden von der Staatssicherheit observiert. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/BStU, Ast Berlin, Abt. XX 2743
10. September 1989: Till Böttcher und Wolfgang Rüddenklau werden von der Staatssicherheit observiert. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/BStU, Ast Berlin, Abt. XX 2743
Stephan Konopatzky, Ingrid Köppe, Frank Ebert, Till Böttcher und Christian Halbrock (v.l.n.r.) während der Besetzung der MfS-Zentrale in Berlin am 4. September 1990. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Christian Schulz
Stephan Konopatzky, Ingrid Köppe, Frank Ebert, Till Böttcher und Christian Halbrock (v.l.n.r.) während der Besetzung der MfS-Zentrale in Berlin am 4. September 1990. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Christian Schulz
Till Böttcher während der Besetzung der MfS-Zentrale in Berlin im September 1990. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Andreas Kämper
Till Böttcher während der Besetzung der MfS-Zentrale in Berlin im September 1990. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Andreas Kämper
Till Böttcher, 25. Oktober 2004. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Gunnar Uhlenhut
Till Böttcher, 25. Oktober 2004. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Gunnar Uhlenhut
24. November 1987: Till Böttcher und Bert Schlegel bei ihrer Verhaftung in der UB.
24. November 1987: Till Böttcher und Bert Schlegel bei ihrer Verhaftung in der UB.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft (BStU-Kopie)

Berlin, Herbst 1987. Till Böttcher kommt durch den Liedermacher Stefan Krawczyk zur Umwelt-Bibliothek (UB). Nach dessen Konzert in der Berliner Stadtmission der Evangelischen Kirche fragt er ihn, wie und wo man sich in Berlin politisch engagieren könne. Zunächst ist Till Böttcher nur Besucher der UB, doch bald beginnt er, in der Galerie und in der Bibliothek mitzuarbeiten. Schließlich wird er in den engeren Kreis der Drucker aufgenommen, zu dem auch Uta Ihlow und später Frank Ebert gehören.

Als die UB in der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 von der Staatssicherheit überfallen wird, ist auch Till Böttcher anwesend. Er wird „zugeführt“, das heißt: festgenommen. Der damals 17-Jährige erinnert sich heute an die absurde Situation während der Razzia: Im Hintergrund lief nämlich die ganze Zeit „Keine Macht für niemand“, gesungen von der Westberliner Band Ton Steine Scherben. Von der Stasi kommt offensichtlich niemand auf die Idee, den Kassettenrecorder auszuschalten. Till Böttcher wird 23 Stunden festgehalten und verhört, das Ermittlungsverfahren wird jedoch eingestellt.

Seine nächste Begegnung mit der Staatssicherheit findet am 17. Januar 1988 statt, als er mit Andreas Kalk und Bert Schlegel versucht, auf der offiziellen Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eigene Transparente zu zeigen. Auf ihnen steht ein berühmtes Zitat von Rosa Luxemburg: „Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden“. Till Böttcher wird ins Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen gebracht und, obwohl erst 17 Jahre alt, wie ein Erwachsener verurteilt: zu einem Jahr Haft ohne Bewährung.

Dank der Bemühungen der Kirche und des zunehmenden öffentlichen Drucks werden Till Böttcher und sein Freund Andreas Kalk nach drei Wochen Untersuchungshaft entlassen. Bert Schlegel reist in die Bundesrepublik aus und organisiert dort mit Freunden eine Unterstützergruppe für die Berliner UB.

Biografische Angaben zu Till Böttcher finden sie im Personenlexikon.

Zitierempfehlung: „Till Böttcher“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., letzte Änderung Januar 2018, www.jugendopposition.de/145503

 


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