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Wolfgang Rüddenklau

Wolfgang Rüddenklau 1994. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Michael Beleites
Wolfgang Rüddenklau 1994. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Michael Beleites
Mitinitiator und Herausgeber der Umweltblätter Wolfgang Rüddenklau, hier beim Sortieren und Heften einer neuen Ausgabe am 25. Juni 1987. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Ann-Christine Jansson
Mitinitiator und Herausgeber der Umweltblätter Wolfgang Rüddenklau, hier beim Sortieren und Heften einer neuen Ausgabe am 25. Juni 1987. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Ann-Christine Jansson
In der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 ist die Berliner Umwelt-Bibliothek Ziel eines Überfalls des Staatssicherheitsdienstes unter dem Decknamen "Falle". Mitglieder der Umwelt-Bibliothek, fotografiert bei ihrer Verhaftung am 25. November 1987 von...
In der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 ist die Berliner Umwelt-Bibliothek Ziel eines Überfalls des Staatssicherheitsdienstes unter dem Decknamen "Falle". Mitglieder der Umwelt-Bibliothek, fotografiert bei ihrer Verhaftung am 25. November 1987 von der Staatssicherheit. V.l.n.r.: Bodo Wolf, Till Böttcher, Bert Schlegel, Wolfgang Rüddenklau, Tim Eisenlohr. Quelle: BStU, MfS, HA XX / Fo / 59 Bild 12
Transparent zur Mahnwache in der Zionskirche. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
Transparent zur Mahnwache in der Zionskirche. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Siegbert Schefke
Wolfgang Rüddenklau (links) kurz nach seiner Haftentlassung am 27. November 1987. Im Hintergrund das Kontakttelefon der Mahnwache für die Inhaftierten der Umwelt-Bibliothek. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Ann-Christine Jansson
Wolfgang Rüddenklau (links) kurz nach seiner Haftentlassung am 27. November 1987. Im Hintergrund das Kontakttelefon der Mahnwache für die Inhaftierten der Umwelt-Bibliothek. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Ann-Christine Jansson
Stasi-Überwachungscollage: Am 20. September 1989 findet von 20 bis 22.30 Uhr ein Treffen der Kirche von Unten auf dem Gelände der Elisabethgemeinde in der Elisabethkirchstraße statt. Wolfgang Rüddenklau wird vom MfS mit versteckter Kamera observiert....
Stasi-Überwachungscollage: Am 20. September 1989 findet von 20 bis 22.30 Uhr ein Treffen der Kirche von Unten auf dem Gelände der Elisabethgemeinde in der Elisabethkirchstraße statt. Wolfgang Rüddenklau wird vom MfS mit versteckter Kamera observiert. Quelle: BStU, MfS, BV Berlin Abt. XX Nr. 3355
Die engagierten Mitarbeiter der Umwelt-Bibliothek Wolfgang Rüddenklau (l.), Carlo Jordan (r.) mit Lutz Rathenow (Mitte) in der Zionskirchstraße Ende der 1980er Jahre. Quelle: Harald Hauswald/OSTKREUZ
Die engagierten Mitarbeiter der Umwelt-Bibliothek Wolfgang Rüddenklau (l.), Carlo Jordan (r.) mit Lutz Rathenow (Mitte) in der Zionskirchstraße Ende der 1980er Jahre. Quelle: Harald Hauswald/OSTKREUZ
Wolfgang Rüddenklau und Uta Ihlow in der Galerie der Umwelt-Bibliothek. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Bernhard Freutel
Wolfgang Rüddenklau und Uta Ihlow in der Galerie der Umwelt-Bibliothek. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Bernhard Freutel
Oppositionelle Redaktionsarbeit in der Umwelt-Bibliothek: Wolfgang Rüddenklau im Oktober 1990.
Oppositionelle Redaktionsarbeit in der Umwelt-Bibliothek: Wolfgang Rüddenklau im Oktober 1990.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft

Der 1953 in Thüringen geborene und aufgewachsene Pfarrerssohn Wolfgang Rüddenklau gerät schon früh in Konflikt mit der Staatsmacht. Vor allem seine Weigerung, den Zwangsdienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) abzuleisten, verschließt ihm den Weg zum Studium an den staatlichen Universitäten. Nach dem früh abgebrochenen kirchlichen Theologiestudium am Sprachenkonvikt in Berlin absolviert er eine Ausbildung als Kinder- und Jugendarbeiter im kirchlichen Dienst. Nach der Probezeit wird er aber wegen „mangelnder Anpassungsfähigkeit“ nicht übernommen.

Wolfgang Rüddenklau arbeitet anschließend in wechselnden Anstellungen: als Nachtwächter, Hausmeister und Friedhofsarbeiter. Anarchistische und radikaldemokratische Literatur prägten seine politische Einstellung. Er betreibt ein Selbststudium der russischen und deutschen Revolutionsgeschichte. Seit 1978 wohnt Wolfgang Rüddenklau in Berlin, wo er den Friedens- und Umweltkreis der Pfarr- und Glaubenskirche in Berlin-Lichtenberg gründet. Die erste DDR-Stellungnahme zum Atom-GAU von Tschernobyl stammt aus diesem Umweltkreis.

Im September 1986 ist Wolfgang Rüddenklau unter den Mitbegründern der Ostberliner Umwelt-Bibliothek (UB). Er konzentriert sich von nun an auf das Verfassen von Beiträgen für die „Umweltblätter“, in denen seine basisdemokratischen und machtkritische Grundhaltung prägend ist. Seine Verhaftung im Zuge der Stasi-Aktion „Falle“ gegen die UB am 24./25. November 1987 sorgt für viel Aufsehen und Protest. Wolfgang Rüddenklau bleibt auch nach seiner Verhaftung ein kritischer Begleiter der deutschen Gesellschaft: während der Friedlichen Revolution 1989 und nach der Wiedervereinigung.

Zitierempfehlung: „Wolfgang Rüddenklau“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., letzte Änderung Dezember 2018, www.jugendopposition.de/145396


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