Im Herbst 1976 darf der Liedermacher Wolf Biermann nach langen Jahren des Auftrittsverbots in der DDR wieder zu einer Tournee aufbrechen. Er nimmt eine Einladung der IG Metall an und fährt in die Bundesrepublik. Kaum hat er sein erstes Konzert in Köln absolviert, erreicht ihn die Nachricht, dass man ihm die DDR-Staatsbürgerschaft entzogen hat. Eine Rückkehr in seine Heimat ist ihm damit verwehrt. Wolf Biermann, so wettern die SED-Oberen, sei ein Feind des Sozialismus.

Viele DDR-Bürger schweigen zur Ausbürgerung – weil sie damit einverstanden sind, weil sie angepasst sind, weil sie Angst vor Repressionen haben, weil es ihnen egal ist. Aber einige bringen den Mut auf, gegen dieses Unrecht anzugehen. Und so erlebt die DDR nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns das größte oppositionelle Aufbegehren seit dem Mauerbau 1961. Vielen geht es weniger um Biermann selbst, sondern generell um das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Methoden der SED, dieses zu unterdrücken.


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