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1975

in der DDR ...

in der Bundesrepublik ...

woanders ...

1. Januar
Das Reisebüro „Jugendtourist“ wird von der FDJ speziell für junge Leute eingerichtet.

Die Sonntags-Ausgaben aller DDR-Zeitungen werden aus Papiermangel eingestellt.

31. Januar
Das Protokoll für den Warenaustausch mit der UdSSR wird unterzeichnet.

26. März
Harry Tisch wird Nachfolger des verstorbenen Herbert Warnke als Chef des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds.

2. April
Erster Spatenstich für die größte Plattenbausiedlung der DDR in Berlin-Marzahn.

22. April
Das Zentralkomitee der SED, der Staatsrat und der Ministerrat beschließen zum 30. Jahrestag der Befreiung, den 9. Mai 1975 als Staatsfeiertag zu begehen. Von 1950 bis 1965 ist der 8. Mai gesetzlicher Feiertag. Er wird im Zuge der Einführung der Fünf-Tage-Woche zusammen mit anderen Feiertagen wieder normaler Arbeitstag.

27. April
Die erste Baukolonne der DDR reist zum Bau der „Drushba-Trasse“ in die Sowjetunion, ein 550 Kilometer langer Bauabschnitt einer insgesamt 2.750 Kilometer langen Erdgasleitung aus der Sowjetunion bis nach Schwedt/Oder.

6. Mai
Banken aus Italien und Frankreich dürfen als erste West-Banken in Ost-Berlin eröffnen.

11. Mai
Ein fünfjähriger Junge ertrinkt in der Spree, nachdem DDR-Grenzer der Westberliner Feuerwehr Rettungsmaßnahmen untersagt haben.

25. Juni
Das Politbüro der SED berät ein Szenario zur Ausbürgerung von Robert Havemann.

28. Juli
Gemeinsame Mitteilung des SED-Politbüros und des Ministerrats über die Bevollmächtigung Erich Honeckers, die Schlussakte der KZSE zu unterzeichnen.

1. August
Befehl zur Bildung der Zentralen Koordinierungsgruppe (ZKG) im Ministerium für Staatssicherheit zur Bekämpfung von West-Fluchten und Ausreiseanträgen.

22. September
Die bekannte Rock-Band Renft wird verboten.

7. Oktober
Neuer Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand mit der Sowjetunion.

15. Oktober
Start zur ersten Ostseerundfahrt des Passagierschiffs des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds, „Arkona“.

20. - 25. Oktober
Internationaler Frauen-Weltkongress in Ost-Berlin mit 2.000 Teilnehmerinnen aus 135 Ländern.

28. Oktober
Im Ministerrat wird die staatliche Auszeichnung „Held der Deutschen Demokratischen Republik“ für Verdienste um die DDR beschlossen.

16. Dezember
Der in der DDR akkreditierte Spiegel-Korrespondent Jörg Mettke wird wegen „grober Verleumdung“ aus Ost-Berlin ausgewiesen.

19. Dezember
Deutsch-deutsches Abkommen über Transitstrecken nach West-Berlin.

Bis 1975 existiert die Veranstaltungsreihe „Eintopp“ von Bettina Wegner im „Haus Der Jungen Talente“ in Berlin.

1975 verlassen 16.285 Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik.

1. Januar
Die Bundesrepublik Deutschland darf gegen Devisen Müll auf DDR-Deponien abladen.

27. Februar
Terroristen der „Bewegung 2. Juni“ entführen in West-Berlin den Vorsitzenden der Berliner CDU, Peter Lorenz. Sie verlangen die Freilassung von sechs inhaftierten Terroristen. Horst Mahler lehnt seine Freipressung ab. Am 3. März werden die anderen fünf Terroristen in Begleitung von Pfarrer Heinrich Albertz in den Jemen geflogen. Am 5. März kommt Peter Lorenz frei.

31. März
In Wyhl findet die erste große Demonstration gegen ein geplantes Atomkraftwerk statt. Der Bauplatz wird von Tausenden Demonstranten besetzt. Sie errichten ein Hüttendorf.

4. September
Der IG-Metall Funktionär Heinz Dürrbeck wird unter dem Verdacht der Spionage für die DDR festgenommen. Der DGB zieht deshalb ein bereits zugesagtes Gespräch mit dem FDGB zurück.

9. Oktober
Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen über die Ausreise von 125.000 Deutschen aus Polen und über die Gewährung eines Milliardenkredits durch die Bundesrepublik.

29. Oktober - 2. November
Helmut Schmidt besucht China. Dort sichert man ihm Unterstützung in der Opposition gegen die dauerhafte Teilung der deutschen Nation zu.

10. Dezember
Das ZDF startet die Sendereihe „Hilferufe von drüben“.

22. Januar
Deutsch-tschechoslowakisches Abkommen über wirtschaftliche, industrielle und technologische Zusammenarbeit.

10./11. März
Erstes Treffen des Europäischen Rats in Dublin.

25. März
Als erstes westliches Land erkennt Österreich eine eigene Staatsbürgerschaft für die DDR an.

24. April
Terroristen des Kommandos „Holger Meins“ dringen in die deutsche Botschaft in Stockholm ein. Sie ermorden zwei Botschaftsangestellte. Sie wollen Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Holger Meins, Jan-Carl Raspe und andere frei pressen. Die schwedische Polizei kann sie festnehmen. Der Prozess gegen Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Holger Meins und Jan-Carl Raspe beginnt am 21. Mai in Stuttgart.

30. Juli - 1. August
Abschlusskonferenz der KSZE in Helsinki; Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte zur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa über Wirtschaft, Wissenschaft und Menschenrechtsfragen. Erich Honecker und Helmut Schmidt kommen erstmals zu Gesprächen zusammen.

15. - 17. November
Zum ersten Mal tritt der Weltwirtschaftsgipfel zusammen. Die Regierungschefs aus USA, Großbritannien, Frankreich, Japan, Italien und der Bundesrepublik treffen sich in Paris. Kanada kritisiert, dass es nicht eingeladen ist.