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6. Januar
Erich Honecker bezeichnet die Bundesrepublik erstmals als „imperialistisches Ausland“.
Februar bis Mai
In diesem Zeitraum werden alle halb staatlichen und privaten Unternehmen in der DDR verstaatlicht. Darüber hinaus sollen 1.700 Handwerksbetriebe verstaatlicht werden.
9. März
Bei der Verabschiedung des Gesetzes über die Unterbrechung von Schwangerschaft stimmen 14 Abgeordnete der Volkskammer mit Nein.
24./25. April
Auf einer Tanzmusikkonferenz in der DDR werden Jazz und Beat rehabilitiert, nicht aber der Rock 'n' Roll.
16. August
Staatssekretäre Michael Kohl und Egon Bahr verhandeln über Grundlagenvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik.
6. Oktober
Amnestie für 32.000 politische und kriminelle Straftäter. Davon werden 2.000 Häftlinge in die Bundesrepublik entlassen.
16. Oktober
Die Volkskammer verabschiedet das „Gesetz zur Regelung von Fragen der Staatsbürgerschaft“. Personen, die vor 1972 die DDR verlassen haben, werden aus der Staatsbürgerschaft entlassen, faktisch eine Amnestie. Das gilt ebenfalls für die Nachkommen der Flüchtlinge.
18./19. Oktober
In Ost-Berlin treffen sich erstmals seit dem Abbruch der Interzonenkonferenzen Vertreter des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds und des Deutschen Gewerkschaftsbunds.
7. November
Die SED fasst einen Beschluss zur Abgrenzung gegen den Sozialdemokratismus und für die Reinheit des Marxismus-Leninismus.
26. November
Auf Druck der DDR werden Reisebeschränkungen für Polen eingeführt, die in der DDR einreisen. Sie dürfen nicht mehr als 200 Mark der DDR eintauschen und lediglich pro Person/pro Jahr 7.000 Zloty für Reisen in sozialistische Länder verwenden.
21. Dezember
Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik und der DDR zur Einleitung von „gleichberechtigten und guten Beziehungen“.
1972 verlassen 17.164 Menschen die DDR in Richtung Bundesrepublik.
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23. Februar
Beginn der Bundestagsdebatten über den Moskauer und Warschauer Vertrag.
29. März
Zum ersten Mal seit fast sechs Jahren können Westberliner Ost-Berlin besuchen.
27. April
Ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU/CSU gegen Bundeskanzler Willy Brandt scheitert.
11. - 24. Mai
Eine Serie von Bombenattentaten der Roten Armee Fraktion (RAF) erschüttert die Bundesrepublik. Vier Menschen werden getötet und zahlreiche verletzt.
17. Mai
Der Bundestag beschließt die Ratifizierung des Moskauer und des Warschauer Vertrags.
1. Juni
In Frankfurt werden die Mitglieder der terroristischen RAF, Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe, verhaftet, am 16. Juni auch Ulrike Meinhof in Hannover.
3. Juni
In West-Berlin unterzeichnen die Außenminister der Vier Mächte das Abschlussprotokoll des Vier-Mächte-Abkommens. Damit treten auch der Moskauer Vertrag, der Warschauer Vertrag, das Transitabkommen und andere Vereinbarungen zwischen dem West-Berliner Senat und der DDR in Kraft.
24. Juli
Erster Selbstwähl-Fernsprechdienst von West-Berlin in die DDR.
5. September
Attentat arabischer Terroristen auf Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft in München.
22. September
Willy Brandt stellt im Bundestag die Vertrauensfrage. Wie erwartet, wird ihm das Misstrauen ausgesprochen. Damit ist der Weg zu Neuwahlen frei.
8. November
In Bonn paraphieren die Staatssekretäre Egon Bahr (Bundesrepublik) und Michael Kohl (DDR) den Grundlagenvertrag zwischen DDR und Bundesrepublik.
12. Dezember
Willy Brandt wird erneut zum Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt.
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22. Januar
In Brüssel werden die Beitrittsurkunden Großbritanniens, Norwegens, Dänemarks und Irlands zur Europäischen Gemeinschaft (EG) unterzeichnet.
21. - 28. Februar
Erstmals besucht ein amerikanischer Präsident die Volksrepublik China.
14. Mai
Selbstverbrennung des katholischen Arbeiters Roman Talanta im litauischen Kaunas aus Protest gegen die Unterdrückung des Katholizismus'.
22. - 30. Mai
US-Präsident Richard M. Nixon besucht die Sowjetunion. Unterzeichnung des SALT I-Abkommens zur Begrenzung strategischer Waffen.
4. Juni
Der Dichter Jossif Brodskij wird aus der Sowjetunion ausgebürgert.
17. Juni
Der Einbruch in das Wahlkampfhauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate-Hotel in Washington führt zur Festnahme von fünf Männern, die für das Komitee zur Wiederwahl des US-Präsidenten Richard M. Nixon arbeiten. Dies ist der Beginn des Watergate-Skandals, der schließlich zum Rücktritt Nixons führt.
9. November
Die Regierungen der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion veröffentlichen eine Erklärung, in der sie sich mit der Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO einverstanden erklären. Die Mitgliedschaft dürfe aber nicht die Rechte der Vier Mächte berühren.
22. November
Alle Staaten Europas – mit Ausnahme Albaniens – sowie die USA und Kanada beginnen in Helsinki Vorgespräche für eine Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE).
11. Dezember
In Wien kündigt Simon Wiesenthal, Präsident des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes an, dass mit der diplomatischen Anerkennung der DDR nun auch Wiedergutmachungsleistungen von ihr gefordert würden. Eine offizielle Antwort aus Ost-Berlin erhält er nicht. Auch der israelische Außenminister hat 1952 keine Antwort auf entsprechende Forderungen erhalten.
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